Univiertel Von weitem sieht man die Wachen auf dem Turm der Ritterburg schon und kann das lebhafte Treiben innerhalb der Mauern hören. Diese besteht ebenso wie die Türme aus 5000 Bierkisten, die durch Kabelbinder miteinander verbunden sind.
Vormittags Saubermachen, nachmittags in die Schlacht
Innerhalb der Mauern leben für eine Woche 75 Kinder in einem Zeltlager. Sie sind der Einladung des Stadtjugendrings und der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten) gefolgt. Nach dem Frühstück stehen zunächst Burgarbeiten wie das Saubermachen oder Aufräumen des Zeltes auf dem Plan. Am Nachmittag kommt dann der gesellige Teil mit Singen, Basteln und Spielen. Das kommt bei den Kindern an. "Ich habe mir mein eigenes Schwert, Schild und einen Umhang aus Holz gemacht", berichtet Dominik stolz. Im Kampf als Ritter bewährt hat sich auch Simon, dem die Schlachten sehr viel Spaß bereiteten. Katja und ihrer Freundin Hannah hat es vor allem der Workshop angetan, in dem man Schmuck basteln kann. "Toll fand ich auch das Trommeln", berichtet Hannah. Gut an kamen bei allen Kindern auch die Geländespiele. "Wir wurden im Wald von Räubern angegriffen und mussten unseren Schatz zurückerobern. Das war toll", ist Katja begeistert.
Unbewacht blieb indes das Eingangstor. So konnten zahlreiche neugierige und interessierte Besucher in die Burg strömen. Darunter auch Finanzreferent Hermann Weber und Regina Claas, Baptistische Generalsekretärin. "Die Resonanz war sehr positiv. So mancher Gast zückte aber auch seinen Geldbeutel und wollte etwas zu Essen kaufen", erklärt Mitorganisator Michael Klüglich und schmunzelt.
Die Idee für das Ritterlager hatten die Baptisten. "Wir haben vor drei Jahren überlegt, was man für Kinder im Univiertel tun kann. Wir wollten etwas auf die Beine stellen, was jeder bezahlen kann", so Klüglich. Zudem gehe es darum, gemeinschaftliches Miteinander und Handeln bei den Kindern zu stärken, so der Organisator.
Weil das Jugendzentrum Kosmos direkt neben dem Gemeindezentrum liegt, entschloss man sich, dieses einzubinden. Die Idee zum Rittercamp brachte damals ein Praktikant der Baptisten aus Brandenburg mit, wo er ein solches Lager schon einmal mitorganisiert hatte.
Ohne Unterstützung nicht realisierbar
Dass das Lager mit Vollpension, in dem sich 30 Helfer eine Woche lang um die Kinder kümmerten, bezahlbar bleibt, ist nicht zuletzt Sponsoren und Helfern zu verdanken. "Die Stadt ist uns sehr weit entgegengekommen. Wir konnten in der Sportanlage Süd duschen." Von den benachbarten Gärten wurden Strom und Wasser bereitgestellt. Vom Christlichen Verein Junger Menschen erhielten die Organisatoren große Zelte, in denen acht Kinder Platz fanden. "Allein die geforderten Sicherheitsleistungen für die ausgeliehenen Sachen hätten wir alleine gar nicht bewerkstelligen können", so Klüglich.
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