Seit gestern kann es eigentlich niemand mehr übersehen: Studenten der Uni Augsburg werben fast überall in der Stadt für ihren laufenden Streik. Autofahrer werden an der Brücke zum Messegelände mit großen Transparenten auf die Besetzung des großen Hörsaals hingewiesen. An den Einfallstraßen in die Stadt kleben auf den Schildern "Universitätsstadt Augsburg" die Zettel "besetzt". Und auf dem Unicampus sind "Bildungsopfer" mit Kreide auf den Boden gemalt, fast wie in Fernsehkrimis.
Wie mehrfach berichtet, ist der große Hörsaal der Uni seit einer Woche besetzt. Die Studenten wollen dort auch diese Woche ausharren, um gegen Missstände in der Hochschulpolitik zu demonstrieren.
Dafür wurde jetzt auch das weitere Programm organisiert. Gestern lief eine Reihe von Vorlesungen im besetzten Audimax an. Der nächste Vortrag soll heute um 10 Uhr beginnen. Thema: "Wissenschaftsbetrug und Leistungsdruck".
Für den heutigen Dienstagabend ab 18 Uhr wurde auch eine Podiumsdiskussion organisiert. Angefragt wurden Politiker aller Parteien. Zusagen seien bis gestern von SPD, Freien Wählern, Grünen und der Links-Jugend gekommen, sagt Student Nico.
Eine Delegation der Besetzer will heute Abend nach Würzburg fahren. Dort treffen sich Studenten aller bayerischen Universitäten, an denen gestreikt wird. Am Mittwoch will Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) zum Gespräch mit den Studenten nach Würzburg kommen. (eva)
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