Die Vorbereitungen für den Bau der Übergangsspielstätte beginnen. Läuft alles nach Plan, könnte im November mit dem Innenausbau begonnen werden. Von Nicole Prestle

Das Theater hat lange auf diese Nachricht warten müssen, nun kommt sie mitten in der Spielzeitpause: Nächste Woche beginnen die Vorbereitungen für den Bau des Übergangs-Containers. Die Bodenplatte soll dann Ende August, Anfang September gegossen werden. Läuft alles nach Plan, wäre der Container im November so weit, dass mit dem Innenausbau begonnen werden könnte.
Das Hickhack um die Übergangsspielstätte hat damit erst einmal ein Ende. Ob das Gebäude aber wie gewünscht im Mai 2012 und damit zu den Bayerischen Theatertagen fertig ist, bleibt offen. „Es ist unser Ziel, diesen Wunsch des Theaters zu erfüllen“, sagt Norbert Reinfuss vom Hochbauamt. „Dieser Zeitplan ist allerdings so knapp, dass nichts dazwischen kommen darf.“
Viele Aufträge für den Container sind laut Reinfuss inzwischen vergeben. Rohbau und Bodenplatte gingen an die Friedberger Firma Lindermayr, die auch beim Curt-Frenzel-Stadion mit von der Partie ist. Für Heizung, Lüftung und Sanitäranlagen sind Angebote eingegangen. Sie werden derzeit geprüft und sollen im Ferienaussschuss des Stadtrats am 25. August behandelt werden. Die Ausschreibungen für Bühnentechnik und Elektroarbeiten stehen noch aus. Bislang ist das Projekt laut Reinfuss im Budget: 5,3 Millionen Euro sind veranschlagt. Die Baustellen am Theater im Detail:
Container: Nächste Woche wird auf dem Parkplatz neben dem Großen Haus gerodet, eine Wellblech-Garage muss abgebaut werden. Danach können die Baumaschinen auffahren. Die über 50 Bohrpfähle für die Bodenplatte werden voraussichtlich in der letzten Augustwoche im Boden verankert. Bei allen Arbeiten sind Archäologen der Stadt Augsburg dabei. Am Weg zwischen Theater und Volkhartstraße wurden bereits Laternenmasten installiert. Dieser Weg wird künftig die Verbindungsachse zwischen Großem Haus und Container sein. „Unser Ziel ist es, ihn so ansprechend wie möglich zu gestalten“, sagt Reinfuss.
Sanierungsarbeiten Die Dächer der Probebühne und des Probenraums fürs Orchester sind kaputt. Derzeit werden sie abgedichtet. Auch ein Teil des Kellers unter der Hutmacherei muss saniert werden. Finanziert werden diese Maßnahmen aus dem laufenden Bauunterhalt fürs Theater.
Magazin Das Nebengebäude des Theaters ist so baufällig, dass dort bereits ein Lastkahn aus dem Betrieb genommen werden musste. Die notdürftige Sanierung kostet über 600 000 Euro und das, obwohl das Haus bei einer Generalsanierung abgerissen wird. Architekt und Ingenieur sind laut Norbert Reinfuss beauftragt. „Wir hoffen, dass wir hier noch vor Wintereinbruch beginnen können.“
Brandschutz In einem Gutachten schlagen Feuerwehr und Bauordnungsamt Alarm. Wenn beim Brandschutz nichts getan wird, muss das Große Haus irgendwann geschlossen werden (AZ berichtete). Das Kulturreferat verhandelt derzeit mit der Bayerischen Staatsregierung. Es geht um eine Bezuschussung. Laut Reinfuss will Kulturreferent Peter Grab – er ist derzeit im Urlaub – dem Freistaat ein Konzept zur Sanierung des kompletten Theaters vorlegen. Denn beim Branschutz kann nicht, wie an anderen Stellen, notdürftig geflickt werden. „Hier greifen wir so tief in Substanz und Technik des Hauses ein, dass dies nur im Zuge einer Generalsanierung Sinn macht“, sagt Reinfuss.
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