Zusammen lebt man besser, das gilt auch für Tiere. In Zoologischen Gärten werden Exoten verschiedener Arten immer häufiger unkonventionell gemischt. Etwa Löwen mit Erdmännchen in Schwerin, Steinböcke mit Affen in München oder Nashörner mit Geparden in den USA. Der Zoo Augsburg hat ebenfalls Pläne. Ab Sommer 2010 sollen sich Rotbüffel und Paviane ein Gehege teilen.
Über neue Trends informierte gestern der Verband Deutscher Zoodirektoren. Erstmals seit 20 Jahren tagte er wieder in Augsburg. Ein aktuelles Thema sei, unterschiedliche Tierarten zu vergesellschaften, sagte die Vorsitzende Dr. Gisela von Hegel. Wie die Tiere miteinander umgehen, sei für Besucher spannend. Auch der begrenzte Platz in Zoos könne so besser genutzt werden. Die Gefahr von Krankheiten stiege durch diese Haltung nicht.
Auch das weltweite Artensterben von Amphibien beschäftigt die Zoodirektoren. Früher wurden Frösche und ihre Artgenossen eher selten in zoologischen Gärten gezeigt. Inzwischen versucht man, Reserven für aussterbende Arten aufzubauen und die wissenschaftliche Arbeit zu unterstützen, die sich mit den Ursachen des Artensterbens beschäftigt.
Ein großes Thema der Tagung war das Bauen für Tiere. Erfahrungen wurden ausgetauscht. Beeindruckt zeigte sich von Hegel von der Entwicklung des Augsburgers Zoos. Lange sei dort nicht investiert worden. Das habe sich geändert. "Durch ausgeklügelte kleine Maßnahmen sind ganz viele Details verbessert worden", so das Urteil der Fachkollegen. Positiv sei etwa das neue Angebot für Robben und für Fenneks, perfekt sei die neue Anlage für Nashörner. Modernisierungsbedarf in Millionenhöhe sieht von Hegel beim Elefantenhaus. Den Tieren gehe es zwar gut. Aber die Präsentation sei nicht mehr zeitgemäß, eine Zucht nicht möglich. Stolz ist der Verband auf die Besucherzahlen der angeschlossenen 47 deutschen Zoos. Sie haben zusammen rund 32 Millionen Gäste pro Jahr - dreimal mehr Besucher als in der ersten Fußballbundesliga. (eva)
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