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11. Oktober 2009 22:20 Uhr

Tierschützer rücken Staat auf den Pelz

Beim ersten Bayerischen Tierschutztag hat der Präsident des Bayerischen Tierschutzbundes, Berthold Merkel, finanzielle und politische Forderungen an den Freistaat gestellt. Im Mittelpunkt stehe die Fürsorgepflicht der Gesellschaft für ihre Tiere, sagte Merkel am Samstag. Bei rückgängigen Spenden angesichts der wirtschaftlichen Lage müssten jährlich über 50 000 Tiere in Heimen untergebracht werden. Dafür reichten die öffentlichen Mittel bei Weitem nicht mehr aus. Er kritisierte, dass der Landtag die Bitte der Tierschützer nach 200 000 Euro Unterstützung für Notfälle abgewiesen habe.

Insgesamt ein Dutzend Tierschutzvereine aus der Region und acht Jugendgruppen aus ganz Bayern veranstalteten den ersten Bayerischen Tag der Tiere auf dem Augsburger Willy-Brandt-Platz, um ihre Arbeit vorzustellen. Mit Ständen und Informationstafeln informierten sie die Augsburger über Themen wie Tierschutzarbeit, Tierethik und Tierversuche.

Dorothea Petri, erste Vorsitzende von ATTIS, will gerade mit der aufkommenden Herbstmode gegen den Pelztrend kämpfen, der Tieren auf grausame Weise das Leben kostet. "Pelz wächst nicht auf den Bäumen!" Um das zu zeigen, veranstaltete sie die etwas andere Modenschau, bei der Tierschützer in blutbefleckten Pelzmänteln über den Laufsteg liefen.

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"Tiere sind aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken. Damit müssen wir zugleich die soziale Verantwortung übernehmen", sagt Berthold Merkel, Bayerischer Landesvorsitzender des Deutschen Tierschutzbundes. Gemeinsam mit über 120 000 Mitgliedern im Bayerischen Tierschutzbund kämpft er gegen Tierquälerei. Zufrieden sei er erst, wenn Tierschützer überflüssig geworden sind. Er ist überzeugt, dass vor allem Verbraucher dadurch ein Zeichen setzen können, indem sie bewusst auf Produkte verzichten, hinter denen sich Tierleid versteckt.

Heinz Paula, Vorsitzender des Augsburger Tierschutzvereins, beklagt vor allem die finanziellen Probleme. Die Stadt Augsburg würde sich weigern, das Tierheim zu unterstützen, obwohl eine rechtliche Verpflichtung dazu bestünde. Für die nächste Zeit prognostiziert er eine lebhafte Debatte in dieser Angelegenheit und droht: "Mit uns ist nicht zu spaßen." (pgs/dpa)

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