Freitag, 26. Mai 2017

11. Oktober 2014 08:27 Uhr

Augsburg

Tierschützer schlagen wegen Katzen Alarm

In den Landkreisen gibt es zu viele Streuner. Eine Tierschützerin sagt, dass der Raum Augsburg ein massives Katzenproblem hat. Warum der Verein Attis eine Kastrationspflicht fordert...

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Herta Bernhard (links) und Marianne Schimmer-Ripperger kümmern sichum streunende Katzen. Wie Minnie, die einen Bauernhof verließ, weil sich dort niemand um die Tiere kümmerte.
Foto: Ruth Plössel

Es ist ein trauriges Bild, auf das Marianne Schimmer-Ripperger von der Tierschutzorganisation Attis schaut: ein kleines Kätzchen, keine Woche alt, mit blutiger Nase, blutigen Augen und Ohren. Erschlagen mit einem stumpfen Gegenstand von einem Landwirt, dem die Katzenbabys auf seinem Bauernhof im Kreis Augsburg zu viel wurden. Die Tierschützerin schüttelt den Kopf. Es sei einer der schlimmsten Fälle von Tierquälerei, der ihr in ihrer zehnjährigen Arbeit für Attis untergekommen ist. „Warum lassen die Leute ihre Katzen nicht kastrieren?“, fragt sie.

Gerade der Raum Augsburg habe „ein massives Katzenproblem“. Der Begriff „Katzenelend“ treffe es noch besser, sagt Schimmer-Ripperger. Besonders schlimm sei es auf den Bauernhöfen. „Da vermehren sich die Katzen unkontrolliert, weil die Bauern sie nicht kastrieren lassen“, klagt sie. Wenn es zu viele werden, verlassen Tiere den Hof, werden zu Streunern. Sind sie dann nicht kastriert, kann die Population in einem Gebiet schnell explodieren. Katzen sind ab einem halben Jahr geschlechtsreif. Zwei- bis dreimal im Jahr bekommen sie fünf bis sieben Junge.

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Aus diesem Grund hat Attis die Zahl der Futterstellen in und um Augsburg erhöht. 15 sind es jetzt. Die Standorte kennen nur die Leute von Attis und die Ehrenamtlichen, die die Futterstationen und die verwilderten Tiere betreuen. „Es gibt leider immer noch Menschen, die ein perverses Vergnügen daran haben, Katzen zu quälen“, sagt Herta Bernhard, die den Verein Attis – Aktionsgemeinschaft der Tierversuchsgegner und Tierfreunde in Schwaben – 1988 mitgegründet hat.

Verein fordert Kastrationspflicht in Bayern

Um den Katzennachwuchs einzudämmen und so die Zahl der Streuner und kranken Tiere zu reduzieren, fordert der Verein eine Kastrationspflicht in Bayern. Im Umweltministerium in München heißt es aber, die Landratsämter in den Kreisen seien nach dem Tierschutzgesetz für die Kontrolle der Katzenpopulation zuständig. Die Ämter hätten genug Ortskenntnis, um genau zu wissen, wo sich verwilderte Katzen aufhalten. Dr. Paul Thierauf vom Veterinäramt des Augsburger Landratsamtes sagt: „Im Landkreis Augsburg gibt es kein einziges Gebiet mit Kastrationspflicht für Katzen.“ Er wisse auch von keinem Katzenproblem. Thierauf weiter: „Es ist toll, dass es so viele Tierschützer, sowohl Vereine als auch Privatpersonen, in der Region gibt, die durch ihre ehrenamtliche Arbeit verhindern, dass die streunenden Katzen zum Problem werden.“ Vereine wie Attis glichen die Defizite anderer Halter aus.

Dr. Manfred Erben von der Tierklinik in Gessertshausen gibt dagegen den Frauen von Attis recht: „Man kann auf dem Land schon von einem Katzenproblem sprechen.“ Die Tierklinik führe durchschnittlich 20 bis 30 Kastrationen im Monat an Streunern durch. Die meisten werden von Tierschutz- und Katzenhilfevereinen gebracht. „Katzen sind in ihrem Wesen unabhängig. Wenn es ihnen irgendwo nicht gefällt, gehen sie weg“, sagt Erben. Im Stadtgebiet seien streunende Katzen seltener. „Hier haben wir die Situation unter Kontrolle“, sagt Schimmer-Ripperger. Doch auch hier gebe es sie vereinzelt. Vor allem in Industriegebieten würden die Tiere von Firmenmitarbeitern gefüttert. In der Steinernen Furt habe Attis schon einige Tiere aufgegriffen. Für ihre Arbeit suchten sie Mitarbeiter, die Futterstellen betreuen und kranke Katzen melden.

Glücklich war die Tierschützerin aber über die Frau, die sich traute, den Landwirt anzuzeigen, der das Problem der vielen Katzenbabys auf seinem Hof auf seine Art löste. Einen Fall konnte man dem Mann letztlich nachweisen. „Dafür musste er immerhin knapp 1800 Euro Strafe zahlen“, so Schimmer-Ripperger. Das sei ein juristischer Erfolg.

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