Tobias Schley zieht erste Konsequenzen: Nachdem am Freitag bekannt wurde, dass gegen ihn Anklage erhoben wurde, hat der Augsburger CSU-Stadtrat ein Parteiamt abgegeben. Von Jörg Heinzle
Wie am Nachmittag aus Parteikreisen verlautete, tritt Schley vom Vorsitz des Kreisverbands Augsburg West zurück. Zuvor war bekannt geworden, dass gegen den umstrittenen Augsburger CSU-Stadtrat Anklage erhoben wurde.
Der 41-Jährige muss sich demnächst zusammen mit zwei Bekannten vor dem Amtsgericht verantworten. Dem Trio wird versuchte räuberische Erpressung, Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung vorgeworfen.
Hintergrund ist ein Vorfall vom Dezember vorigen Jahres. Damals war das Trio nachts mit einem Taxifahrer am Augsburger Königsplatz aneinander geraten. Schley, der nicht nur im Stadtrat sitzt, sondern auch Chef des CSU-Kreisverbands Augsburg-West ist, droht damit das politische Aus.
Die drei Männer sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft dringend verdächtig, am 11. Dezember gegen 5.20 Uhr einen Taxifahrer angegriffen zu haben. Es hatte demnach Streit um den Fahrpreis von drei Euro gegeben. Der Taxifahrer wurde der Anklage zufolge geschubst, bis er zu Boden ging. Offenbar wurde der Taxifahrer auch gewürgt. Auch vier Türsteher einer Disko, die dem Taxifahrer zur Hilfe eilten, sollen angegriffen worden sein.
Tobias Schley hatte stets betont, er habe sich nichts zuschulden kommen lassen, sondern nur schlichtend eingegriffen. Die Staatsanwaltschaft sieht seine Rolle aber anders. Die Ermittler sind der Ansicht, dass er in die Auseinandersetzung verwickelt war.
Tobias Schley wird sich vor dem Schöffengericht auch dafür verantworten müssen, dass er laut Anklage einen Stadtratskollegen während einer Sitzung als "Arschloch" bezeichnete. Mehrere Zeugen wollen dieses Schimpfwort gehört haben.
Wann der Prozess stattfindet, ist noch offen. Ein Termin ist bis jetzt nicht bestimmt.
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