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28. Februar 2009 11:28 Uhr

Demonstration gegen rechts

Über 1500 Menschen setzen ein Zeichen gegen Rassismus

Gegen den Aufmarsch von 220 Neonazis durch Augsburg setzten über 1500 Menschen auf dem Rathausplatz ein Zeichen. Rund um die Demos gab es kaum Zwischenfälle, allerdings wurde ein Polizeibeamter von einem Stein am Kopf getroffen und leicht verletzt.

Augsburg (AZ) - Weitgehend friedlich sind der Neonazi-Aufmarsch und eine große Gegendemo am Samstag in Augsburg verlaufen. Zwischen 1500 und 2000 Menschen hatten sich am späten Vormittag auf dem Rathausplatz versammelt, viele hatten Fahnen und Transparente mitgebracht ("Kein Bock auf Nazis", "Mehr Bildung für Nazis" ). Der Hauptslogan lautete eindeutig: "Augsburg hat Nazis satt."

Währenddessen sorgte ein Großaufgebot der Polizei für einen reibungslosen Ablauf. Der Demonstrationszug der 220 Neonazis wurde, wie Polizeihauptkommissar Manfred Gottschalk mitteilte, ständig von Polizeikräften begleitet. So wurde ein direktes Zusammentreffen von Personen des linken und rechten Spektrums verhindert. Die Polizei wurde von den Bereitschaftspolizeien aus Nürnberg, Dachau, München, der Bundespolizei und Hubschraubern unterstützt. "Wir bereiten uns auf diese Einsätze gut vor und die Zusammenarbeit mit den Kollgen hat auch sehr gut funktoniert", sagte Gottschalk.

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Trotzdem konnte nicht verhindert werden, dass Flaschen, Steine oder Eier in Richtung der rechten Gruppierung geworfen wurden. Durch einen Steinwurf wurde dabei ein Polizeibeamter leicht am Kopf verletzt. Außerdem zerkratzten vermutlich Personen der linken Szene mehrere Dienstfahrzeuge der Polizei. Der dabei entstandene Sachschaden ist noch unklar. Am Nachmittag endete der Neonazi-Aufmarsch am Augsburger Hauptbahnhof, wo die Beamten für ein geordnetes Ende der Veranstaltung sorgten.

Insgesamt wurden im Verlauf des Demonstrationsgeschehens kurzfristig 22 Personen festgenommen. Es handelt sich um 14 Personen des linken und acht Personen des rechten Spektrums, die unter anderem auch wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt angezeigt wurden, wie Manfred Gottschald mitteilte. Bei einem dieser Widerstände wurde ein Polizeibeamter leicht verletzt, sodass insgesamt zwei Polizeibeamte im Verlaufe des Gesamteinsatzes leicht verletzt worden waren.

Die Festgenommenen wurden zwischenzeitlich alle entlassen. Gründe für die Festnahmen waren Widerstand gegen die Staatsgewalt, Verstöße gegen das Versammlungsgesetz (beispielsweise Vermummungsverbot oder Passivbewaffnung), sogenannte Propagandadelikte, dem Pressegesetz (Flugblätter) oder Beleidigungsdelikte. Gegen insgesamt zehn Personen mussten zudem Platzverweise ausgesprochen werden.

Bei den Augsburger Stadtwerken war es zwischen 13 und 14 Uhr zu Verspätungen von Straßenbahnen und einzelnen Buslinien im Innenstadtbereich gekommen, am Königsplatz nochmal gegen 14.30 Uhr.

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