Sonntag, 24. September 2017

30. Oktober 2009 20:05 Uhr

Umweltverbände: "Hände weg vom Lech"

Augsburg steht ein heißer Herbst bevor. Im Streit über ein neues Wasserkraftwerk forderte die Lech-allianz gestern ultimativ: "Hände weg vom Lech". Der Zusammenschluss zahlreicher Umweltverbände will mit allen Mitteln verhindern, dass im Naturschutzgebiet "Augsburger Stadtwald" eine oder mehrere neue Anlagen im Fluss gebaut werden. Notfalls werde man sich mit einem Bürgerbegehren wehren oder klagen, sagt Sprecher Ulrich Krafczyk. Der Stromerzeuger Eon Wasserkraft treibt sein Projekt unterdessen voran. Von Eva Maria

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Aus Sicht der Lechallianz geht es im Augsburger Stadtwald nicht um irgendein Stück Natur. "Er ist das zweitgrößte Schutzgebiet Bayerns außerhalb der Alpen und es hat europaweite Bedeutung", sagt Dr. Eberhard Pfeuffer vom Naturwissenschaftlichen Verein für Schwaben. Außerdem habe der Lech im Abschnitt zwischen Hochablass und der Staustufe 23 seine letzte längere (fast) freie Fließstrecke in Bayern. All das sei durch die geplanten Eingriffe von Eon gefährdet.

Bis zu sechs neue Anlagen

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Nach Einschätzung der Lechallianz geht es dem Energieerzeuger auch nicht nur um ein neues Wasserkraftwerk. Sobald die erste Anlage auf Höhe von Kissing genehmigt werde, seien insgesamt sechs Anlagen an den vorhanden Schwellen im Fluss zu erwarten. "Hier wird ein Exempel statuiert, im Naturschutzgebiet am Lech zu bauen", sagt Pfeuffer. Dies habe überregionale Bedeutung.

Kommen die neuen Kraftwerke, wird damit aus Sicht der Lechallianz die Chance vergeben, den Lech im Stadtwald auf absehbare Zeit wieder naturnaher zu gestalten. Ein lebendig fließender Lech - ähnlich wie die Isar in München oder der umgebaute Teil der Augsburger Wertach - müsse aber langfristig das große Ziel sein, so die Umweltverbände.

Eine Renaturierung würde nach ihren Schätzungen rund 30 Millionen Euro kosten. Konkrete Pläne oder Finanzierungsmodelle gibt es bisher nicht. Krafczyk von der Lechallianz fordert daher, "endlich eine vernünftige Planung für diese Strecke vorzulegen". Zuständig seien der Freistaat und die Regierung von Schwaben. Weiter fordern die Umweltverbände Eon auf, erst die alten Kraftwerke am Lech zu modernisieren. Dort gebe es genügend Potenzial für eine ökologisch orientierte Wasserkraftnutzung.

Im Streit über neue Wasserkraftwerke steht eines bereits fest. Die letzte Entscheidung, ob Eon bauen darf, wird nicht im Augsburger Stadtrat fallen. Das Gremium kann sich zwar politisch äußern, ist aber rechtlich nicht zuständig.

Genehmigung trotz Bauverbots?

Zuständig ist vielmehr die Wasserrechtsbehörde bei der Stadt. Dort hat Eon einen Antrag für eine neue Anlage bei Kissing gestellt (wir berichteten). Nach Einschätzung von Fachleuten hat der Stromerzeuger durchaus Chancen, den Bau genehmigt zu bekommen. Eon müsste allerdings verschiedene Nachweise erbringen. Dann wäre eine Befreiung vom allgemeinen Bauverbot im Naturschutzgebiet denkbar. Laut Umweltreferent Rainer Schaal (CSU) sind noch nicht alle nötigen Unterlagen da, um ein Genehmigungsverfahren zu eröffnen. Ein Gesprächstermin der Behörde mit Eon im November soll klären, wie es weitergeht.

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Eva-Maria Knab

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