Die Uhr tickt. Bis 31. Januar soll die Uni Augsburg Vorschläge machen, wie die umstrittenen Bachelor-Studiengänge reformiert werden können. Bundesweit in der Kritik sind etwa die Verschulung des Studiums, der starke Prüfungsdruck und die Regelstudienzeit von nur sechs Semestern.
Auf die Frist bis Ende Januar für Verbesserungsvorschläge hatte sich die Unileitung mit den Studenten geeinigt, die vor Weihnachten den großen Hörsaal bestreikten. "Unsere Erwartungen sind hoch", sagt Sebastian Schölch, einer der Sprecher der Hörsaalbesetzer.
Laut Uni-Vizepräsident Werner Wiater werden gerade die Bachelor- und Masterstudiengänge sowie das modularisierte Lehramtsstudium auf die Kritik der Studenten hin abgeklopft. Für jeden betroffenen Studiengang werde es auf der Ebene der Fakultäten eine eigene Arbeitsgruppe geben. Eingebunden in den Prozess seien neben den Studiendekanen (also den Professoren, die für Angelegenheiten der Studierenden zuständig sind), die Leiter der einzelnen Studiengänge und auch Studentenvertreter.
Bis 31. Januar will Wiater erste Ergebnisse der Diskussion auf dem Tisch haben, um den Reformbedarf abzuschätzen. Danach soll das Thema in der Unileitung besprochen werden. "Schneller als wir es machen, geht es nicht", sagt Wiater. Er hofft auch sehr schnell auf weitere notwendige Schritte. Danach könnte die Studien- und Prüfungsordnung bis April überarbeitet werden, um Rechtssicherheit zu schaffen. Im günstigsten Fall könnten Studierende ab dem Wintersemester 2010/11 von Neuerungen profitieren.
Doch soweit ist es noch lange nicht. Die Studenten richten ihren Blick erst einmal auf Ende Januar. Andere Universitäten hätten schneller auf den Bildungsstreik reagiert, sagt Schölch. Bamberg etwa habe die Studiengebühren um 100 Euro gesenkt. Wenn sich die Uni Augsburg nun einen ganzen Monat Zeit nehme, müssen die Ergebnisse umfassender und nachhaltiger sein, fordern die Hörsaalbesetzer.
In Augsburg ist die Besetzung des Großen Hörsaals nur unterbrochen, um der Uni Gelegenheit zur Reform zu geben. "Am 31. Januar müssen Ergebnisse da sein.", sagt Schölch. "Dann werden wir sehen, ob sich der Streik erledigt hat." (eva)
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