Wie oft war Christian G. in den letzten Monaten in Haunstetten und Königsbrunn unterwegs, spähte durch Fenster, stahl Frauen-Wäsche? Es habe, so Kripo-Chef Klaus Bayerl, zuletzt im Süden der Stadt "eine Vielzahl von Spanner-Aktivitäten" gegeben. Das habe sich bei der genaueren Durchsicht der Akten im Zuge des Falles ergeben. Allerdings gebe es bislang keine direkte Spur zum Verdächtigen.
Zwei Einbrüche in Königsbrunn, in der Sperberstraße und dem Schwalbenweg, von denen die Polizei erfuhr, führten aber auf die Spur von Christian G. Dort hatte er vor einem Jahr bzw. im vergangenen Sommer zugeschlagen, wie DNA-Spuren ergaben. Er hatte es auf Damenunterwäsche abgesehen. In einem Fall waren die Hausbesitzer, ein Ehepaar, sogar zu Hause.
Die Frage, inwieweit Christian G. als Spanner aktiv war, ist nur eine, die jetzt noch ermittelt werden muss. Die 35-köpfige Sonderkommission wurde gestern Vormittag zwar aufgelöst, doch auf das Kommissariat 1 (zuständig für Tötungsdelikte) kommt noch jede Menge Arbeit zu. "Uns interessiert die Entwicklung bis zum 17. Lebensjahr, die schulischen Leistungen, die Psyche", so Reinhard Nemetz, Leitender Oberstaatsanwalt.
In den vergangenen Tagen hatten die Ermittler 60 bis 80 intensivere Vernehmungen geführt und etwa 100 Speichelproben gesammelt. "Die Woche bestand bisher nur aus viel Arbeit und wenig Schlaf", sagt Helmut Sporer, Leiter des Kommissariats 1.
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