Samstag, 20. Dezember 2014

01. Oktober 2012 11:52 Uhr

Augsburg

Verbotene Potenzpillen im Sexshop verkauft

Ein Sexshop-Betreiber verkaufte „Man-Power“-Potenzpillen, die lebensbedrohliche Wirkungen haben können. Das Gericht verhängte nun eine Geldstrafe.

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Die Pillen "Man Power" sind in Deutschland verboten.
Foto: Matthias Hiekel, dpa

In Internetforen schwärmen Nutzer vom besonderen „Kick“ und von der „langen Wirkung“. Das Potenzmittel mit dem vielsagenden Markennamen „Man Power“ hat offenkundig begeisterte Anhänger, doch es ist nach Angaben von Behörden auch gefährlich. Weil er die Pillen unter der Ladentheke verkauft hat, ist der Betreiber zweier Erotikgeschäfte in Augsburg zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der 59-jährige Geschäftsführer muss nun 2500 Euro Strafe bezahlen.

Landratsamt: Potenzpillen können lebensbedrohlich sein

Er war im Oktober 2011 ins Visier der Behörden geraten. Damals hatte das bayerische Landesamt für Gesundheit eine Liste mit Namen von knapp 30 bedenklichen Potenzpillen an Städte und Landratsämter weitergeleitet. Bei der Stadt Augsburg wurden daraufhin mehrere Beamte beauftragt, mögliche Verkaufsstellen, etwa Sexshops, zu kontrollieren. In zwei Läden des 59-Jährigen wurden die Beamten fündig. Sie nahmen Pillen mit, die untersucht wurden.

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Einige Wochen später stand das Ergebnis dann fest. Die Pillen, so der Befund, seien kein unbedenkliches Nahrungsergänzungsmittel, sondern ein Arzneimittel mit unangenehmen Nebenwirkungen. Die Stadt informierte den Sexshop-Betreiber. Das Landesamt ging zudem an die Öffentlichkeit. Die Pillen enthielten nicht zugelassene Substanzen aus der Gruppe der sogenannten N-Nitrosamine, so die Behörden damals in einer Mitteilung und könne „schlagartige und lebensbedrohende Blutdruckabfälle verursachen“. Zudem erhöhten sie das Krebsrisiko und könnten Kopfschmerzen, Sehstörungen und Schwindel auslösen. Im Februar dieses Jahres durchsuchten Kripobeamte Läden und Lager des Angeklagten und fanden noch immer die Potenzpillen.

Nach der Kontrolle die Pillen unter der Theke verkauft

Stefan Mittelbach, der Anwalt des Sexshop-Chefs, sagte vor Gericht, der Angeklagte habe die Pillen im Glauben verkauft, dass sie ungefährlich seien. Erst aus der Zeitung habe er später von den Bedenken der Experten erfahren. Der 59-Jährige wurde deshalb auch nicht in allen 23 Fällen, die angeklagt waren, verurteilt. Es blieben lediglich drei Fälle, in denen die Pillen auch nach der städtischen Kontrolle noch verkauft wurden. Spätestens da, so die Argumentation des Gerichts, hätte er Bedenken haben müssen.

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