Ärger im Gefängnis: Der mutmaßliche Polizistenmörder Raimund M., 58, ist in der Untersuchungshaft nach Informationen unserer Zeitung mit einem anderen Häftling aneinandergeraten. Die beiden hatten offenbar einen lautstarken Streit, zu größeren Handgreiflichkeiten soll es aber nicht gekommen sein. Hintergrund des Streits ist angeblich eine Durchsuchung von M.s Haftzelle. Von Jörg Heinzle
Die Staatsanwaltschaft sei über einen „disziplinarischen Vorfall“ unterrichtet worden, sagte deren Sprecher Matthias Nickolai auf AZ-Anfrage. „Der Vorfall wird von uns jetzt auf strafrechtliche Relevanz überprüft.“ Allzu hoch hängt man den Streit allerdings wohl nicht. Das zeigt auch die verhältnismäßig milde Strafmaßnahme, die Raimund M. im Gefängnis auferlegt wurde. Für ihn gilt ein vorübergehendes Einkaufsverbot. Üblicherweise dürfen Häftlinge in regelmäßigen Abständen kleine Dinge für den Alltag einkaufen – etwa Süßigkeiten.
M. sitzt seit Ende Dezember in der Haftanstalt in der Augsburger Karmelitengasse. Er soll mit seinem Bruder Rudi R., 56, den Augsburger Polizeibeamten Mathias Vieth bei einer Verfolgungsjagd erschossen haben. M. sitzt in einer Zwei-Mann-Zelle und hat einen Zellengenossen. Für Rudi R., der in Stadelheim inhaftiert ist, galten von Beginn an strengere Regeln – er wurde von anderen Häftlingen weitgehend ferngehalten. R. ist als Polizistenmörder vorbestraft. Er hat 1975 einen Polizisten erschossen. Vor Jahren war er auch an einer Gefängnisrevolte in Straubing beteiligt.
Weiterhin sind auch drei Personen aus M.s Umfeld in Haft – seine Geliebte, seine Tochter und deren Ex-Freund. Ihnen wird vorgeworfen, Waffen und Geld aus Überfällen der Brüder versteckt oder gewaschen zu haben. Eine Beteiligung am Mord sehen die Ermittler bei ihnen aber nicht.
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