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07. Oktober 2011 11:00 Uhr

Kongresszentrum in Augsburg

Vom Betonklotz zum Schmuckstück - mit 21 Millionen Euro

21 Millionen Euro werden in den Umbau des Augsburger Kongresszentrums investiert. Die Kongresshalle verändert sich nicht nur optisch, sondern auch konzeptionell.

Von der Decke hängen Kabel. Und der Boden ist mit einer dicken Staubschicht bedeckt. Götz Beck stapft durch eine riesige Baustelle. Halb fertige Gänge und Säle, in denen Arbeiter werkeln. Doch der Chef der Kongresshalle Betriebs GmbH spricht nur wenig über die Bauarbeiten: „Alles im Plan.“

Beck erzählt lieber davon, wie sie werden wird, die „neue“ Kongresshalle. Er schwärmt von den Lichteffekten, die das Gebäude nach Abschluss der Sanierung im Frühjahr 2012 in Szene setzen, von der neuen Wertigkeit und dem Charme der Architektur.

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In der Stadt gab es oft Kritik an der Optik des Gebäudes

Vielen Augsburgern wird es nicht leicht fallen, sich all das vorzustellen. Das weiß auch Beck. Für sie war die Kongresshalle bislang nicht mehr als ein hässlicher Betonklotz. „Die Augsburger haben sich mit der Kongresshalle immer schwer getan“, sagt er.

Kein Wunder: Ein bisschen lieblos sei man mit ihr umgegangen. Fast schien es, als schäme man sich für die Betonbauweise, so Beck. Doch das soll sich nun ändern. „Man muss sich zur Architektur bekennen.“ Nicht verstecken, sondern präsentieren.

Dass die Verantwortlichen das mit aller Konsequenz tun, ist bereits jetzt inmitten der Baustelle zu erkennen. Seit Frühjahr 2010 wird die Kongresshalle saniert. 21 Millionen Euro fließen in das Projekt. Die riesigen Sichtbetonflächen wurden aufwendig saniert, deren raue Struktur erhalten. Die neuen Glasscheiben erlauben Ein- und Ausblicke, die künftig nicht mehr durch üppigen Baum- und Strauchbewuchs vor der Halle versperrt sein werden. Drinnen sollen modernes Mobiliar, die riesige Lichtskulptur und die alte Sitzschlange, die zwischenzeitlich aus dem Foyer verbannt worden war, in neuer, oranger Optik für Lounge-Charakter und 70er-Jahre-Charme sorgen. Nach und nach soll auch der Außenbereich neu gestaltet werden, um das Konzept „Kongress am Park“ zu vollenden.

Doch es geht um mehr als ums Aufhübschen. Die Sanierung der Halle war dringend geboten. Im November 2008 hatte die Nachricht in der Stadt eingeschlagen wie eine Bombe: Weil Sicherheitseinrichtungen wie Sprinkleranlagen und Notausgänge fehlten, sperrte die Stadtverwaltung damals die Halle für alle künftigen Großveranstaltungen mit mehr als 1700 Besuchern. Das Foyer – gerade bei Kongressen wichtig – hätte allenfalls noch als Wandelhalle genutzt werden können. Ein zweistelliger Millionenbetrag wäre nötig, um all die Mängel zu beseitigen, hieß es damals. An eine schnelle Lösung glaubte niemand. Erst die Mittel aus dem Konjunkturprogramm der Bundesregierung machte die Sanierung der Halle möglich.

Die Sicherheitsmängel werden nun beseitigt, neue Zugänge wurden geschaffen und die alten Glasscheiben gegen dreimal so schweres Sicherheitsglas ausgetauscht. Im Zuge dieser Arbeiten wird auch etwas für die Optik getan. Bei den Veranstaltern komme das neue Konzept gut an, sagt Beck. Obwohl die Halle noch Baustelle ist, werde schon jetzt fleißig gebucht. Auch die Nähe zum Hotelturm, in dem das Dorint untergebracht ist, kommt gut an. Eine unterirdische Verbindung zwischen Kongresshalle und Hotel, die Jahre lang ungenutzt war, soll daher wieder reaktiviert werden.

Stadtwerke übernehmen Namensrechte von den Welsern

Nicht nur optisch wird sich die Kongresshalle verändern, sondern auch konzeptionell. Konzerte und kulturelle Veranstaltung wird es weiterhin geben. Verstärkt will man sich aber dem Kongresstourismus widmen. Um diesem Kundenkreis gerecht zu werden, wurden im Zuge der Sanierung weitere, kleinere Räume geschaffen oder bestehende zu Besprechungszimmern mit moderner Technik umfunktioniert. „Das war bisher ein Manko“, sagt Beck. Dass die Halle in Konkurrenz zum Kongressgeschäft der Messe treten könnte, glaubt niemand. Denn dort könnten nur kleinere Tagungen veranstaltet werden.

Geholfen haben dabei etliche Firmen, die als Sponsoren und Namensgeber auftreten. So wird zum Beispiel aus dem Mozartsaal der Raum Dialog-Versicherung und aus dem Welser- das Stadtwerkezimmer. Die Patenschaften haben nicht nur Geld gebracht. „Für uns war es wichtig, die Firmen an das Kongresszentrum zu binden“, erklärt Beck. Bis auf den großen Saal sind alle Namensrechte bereits vergeben, darunter auch an internationale Unternehmen wie Mercedes oder Siemens.

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