Dienstag, 22. August 2017

20. April 2013 00:32 Uhr

Verkehr

Was Radler dürfen – und was nicht

Wann sie auf den Radweg müssen, welche Ampel gilt und wie viel Alkohol sie trinken dürfen? Hier sind die Antworten

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Thomas Eismann hat den Geisterradler zu spüren bekommen: Er war auf dem Fußweg an der Schaezlerstraße zu Fuß unterwegs. Ein Radler fuhr vor dem LEW-Gebäude entgegen der Fahrtrichtung. „Er erschrak wohl, weil ein Bus kam, und fuhr mich an“, sagt Eismann. Der Bus musste bremsen, eine Frau stieß sich an einer Haltestange. Weder sie noch Thomas Eismann wurden verletzt, daher spricht die Polizei von einem Beinahe-Unfall. Aber er ist ein Paradebeispiel. Geisterradeln – in falscher Richtung Rad fahren – gehört laut Polizeisprecher Siegfried Hartmann zu den Hauptunfallursachen. Mit Kontrollen und Schildern versucht die Polizei, diesen Regelverstoß einzudämmen. Doch welche gelten?

Radwege Wer als Radler die drei blauen Schilder 237, 240 und 241 sieht, muss runter von der Straße auf die eigene Spur: „Dann müssen die Radwege genutzt werden“, sagt Gerhard Stern vom Polizeipräsidium Schwaben Nord. Die drei Schilder stehen für den Radweg (oder Radstreifen), einen gemeinsamen Geh- und Radweg (waagrechter Strich auf dem Schild) oder einen getrennten Geh- und Radweg (senkrechter Strich). Sie dürfen nicht in falscher Richtung benutzt werden (Geisterradler) – außer Schilder geben sie für beide frei. Radwege ohne diese Schilder (etwa Radsymbol) müssen nicht benutzt werden. Sonst gehören Radler auf die Straße.

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Gehweg Er ist vor allem in der Innenstadt ein beliebter Rückzugsraum für Radler. Aber er ist für alle ab zehn Jahren ein verbotenes Paradies. Ausnahme: Der Gehweg trägt das Zusatzschild „Radfahrer frei“. Rund um den Königsplatz gibt es davon viele. „Radfahrer dürfen diesen Gehweg benutzen“, sagt Stern – müssen aber nicht. Sie müssen Rücksicht auf die Fußgänger nehmen. Auch die Fußgängerzone ist tabu – außer Radeln ist gestattet.

Kinder Bis acht Jahre müssen sie auf den Gehweg, bis zehn dürfen sie noch. Und die Eltern? Sie müssten auf die Straße, haben dann aber ihren Sprössling hinter geparkten Autos nicht mehr im Blick, sagt das Vorstandsmitglied des ADFC Augsburg, Janos Korda. Die Straßenverkehrsordnung kollidiert mit der Aufsichtspflicht. Korda würde beim Kind auf dem Fußweg radeln. Polizist Stern kennt die Zwickmühle und weiß, dass Eltern das machen: „Wir bewerten solche Situationen mit Augenmaß.“ Werden Fußgänger beeinträchtigt, schrumpft der Ermessensspielraum aber.

Beleuchtung Für Korda ist die Sache klar: „Wer ohne Licht radelt, ist leichtsinnig.“ Für das Gesetz ist Licht aber nicht gleich Licht. Vorgeschrieben ist eine Beleuchtung mit Dynamo. Batterielichter sind streng nach dem Gesetz nur am Rennrad erlaubt. Das wird zurzeit auf Bundesebene neu überprüft. Korda ist froh, wenn Radler überhaupt ein Licht haben, und weiß, dass die Polizei das zum Teil auch so sieht.

Ampeln Sie können für Verwirrung sorgen, sagt Janos Korda vom ADFC. Er fährt täglich von Göggingen in die Stadt. Nach der Gögginger Bahnbrücke (Einmündung Stettenstraße) hält er sich an die Autoampel, die länger Grün ist als die Fußgängerampel. Dafür ist er schon angehupt worden – zu Unrecht, wie das Tiefbauamt sagt: „An dieser Stelle gilt für Radler die Ampel für den Straßenverkehr“, sagt Gunther Höhnberg. Grundsätzlich müssen Radler auf die Autoampel achten – außer es gibt eine Fahrrad-Ampel. Schwierig wird es laut Polizei, wenn direkt neben einer Radspur eine Fußgängerfurt liegt und die Ampel kein Radlersymbol hat. Dann ist die Fußgängerampel entscheidend.

Rechts vorbeifahren Auch das kann ein Streitfall sein: Radler dürfen an stehenden Fahrzeugen, zum Beispiel an der Ampel, rechts vorbeifahren. Laut Polizei muss aber genügend Platz sein und die Radler dürfen nur „mäßig schnell“ fahren.

Alkohol Wer lieber mit dem Rad von der Grillparty nach Hause fährt, darf auch nicht endlos trinken. Von Trunkenheit im Verkehr wird zwar erst ab 1,6 Promille gesprochen. Kommt es zum Unfall, ist die Grenze laut Stern schon bei 0,3 Promille erreicht – das gilt auch bei Ausfallerscheinungen. Dann geht es nicht nur um eine Straftat – auch der Führerschein kann in Gefahr sein.

Handy Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung ist verboten und kostet 25 Euro.

Strafen Vergehen werden seit Anfang April mit höheren Strafen geahndet. Wer bei Rot über die Ampel radelt, muss 100 Euro bezahlen und bekommt als Autofahrer einen Punkt in Flensburg. Geisterradler müssen 20 bis 35 Euro auf den Tisch legen. Fehlt das Licht am Fahrrad, kostet das mindestens 20 Euro.

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Ein Artikel von
Marcus Bürzle

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