Den Migranten an sich gibt es nicht. Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist, nicht nur in Augsburg, sehr heterogen. Das Schubladendenken sei überholt, sagt Matthias Garte, Integrationsbeauftragter der Stadt. Das ist ein Ergebnis der bundesweiten Tagung "Migration und Integration" des Vereins für Sozialplanung, die vergangene Woche in Augsburg stattfand.
Viel aussagekräftiger als die Herkunft sei die soziale Situation eines Menschen. Garte: Die Kluft zwischen arm und reich, bildungsnah und -fern werde größer, die Krise stärke diesen Trend.
Was heißt das für Augsburg? Augsburg brauche eine Milieustudie, forderte Bildungsplaner Klaus Maciol. Zudem müsse die Stadt als Moderator der Integration fungieren. Es gelte, Migranten dort abzuholen, wo sie angekommen seien, so Bildungsreferent Hermann Köhler. Die wichtigsten Instrumente dafür: Familie, Bildung und Arbeit.
Köhler fordert, frühzeitig Kontakt zu Familien aufzunehmen - etwa, indem man junge Mütter zu Hause besuche oder das Gespräch suche, wenn die Kinder in den Kindergarten kämen. Eltern müssten erkennen, wie wichtig Schulbildung sei. Hier sieht Köhler Chancengleichheit gegeben. Das Problem sei aber, dass Chancen oft nicht genutzt würden. "Wir wären schon zufrieden, wenn jedes Kind mit Migrationshintergrund einen Schulabschluss erreicht", so Köhler.
Andererseits weiß er: "Wir werden Integration nur schaffen, wenn wir auch sozialen Aufstieg ermöglichen." Die Qualifikationen der Migranten müssten besser genutzt werden. Am Ausbildungsmarkt hätten junge Migranten aber bei gleichem Können schlechtere Chancen, räumt Garte ein. (sok-)
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