Im Mai wird die zweite Spielstätte eröffnet. Pro Augsburg will die Bürger in die Namensfindung einbinden. Das Thema birgt neuen Zündstoff. Von Nicole Prestle


Container, Schauspiel-Box, Interim, Kleines Haus – die Übergangsspielstätte des Theaters hat viele Arbeitstitel. Ein endgültiger Name aber existiert bislang nicht. Der soll bis zur Eröffnung im Mai gefunden sein. Doch die Frage, wie er ermittelt wird, birgt offenbar neuen Zündstoff.
Kulturreferent Peter Grab kann sich vorstellen, Theater-Interessierte in die Suche einzubinden. Ein entsprechender Antrag seiner Fraktion Pro Augsburg wird am Montag im Kulturausschuss behandelt. „Falls das Gremium ihm folgt, würde ich einen breit angelegten Ideenwettbewerb bevorzugen“, sagt Grab. Bürger der Region könnten dann Vorschläge einreichen.
In der Vergangenheit gab es solche Aktionen öfter: Die Stadtwerke suchten 2007 einen Namen für ihre neue Straßenbahn. Tausende von Vorschlägen gingen ein, „Cityflex“ siegte. Der Zoo rief die Besucher 2011 über Internet auf, einen Namen für ein Giraffenbaby zu suchen; bei den Nashörnern lief es ähnlich.
Was die zweite Spielstätte des Theater betrifft, gehen die Meinungen aber auseinander. Ein Recht, dem Gebäude einen Namen zu geben, hätte, argumentieren einige – zunächst einmal das Theater selbst.
Die Intendanz unternahm bislang aber keinen offiziellen Vorstoß und will dies auch so beibehalten. Es gebe, sagt Schauspieldirektor Markus Trabusch, selbstverständlich Überlegungen. „Wir werden aber den Ausschuss abwarten.“ Referent Grab will die Vorgehensweise mit Intendantin Juliane Votteler abstimmen; ein Gespräch ist anberaumt, fand aber noch nicht statt.
Auch die Stadtsparkasse könnte auf den Namen Einfluss nehmen: Sie hat den knapp sechs Millionen Euro teuren Bau mit 1,7 Millionen unterstützt. Doch das Geldinstitut will sich zurückhalten: „Die Freiheit der Kunst ist ein hohes Gut und darf nicht eingeschränkt werden“, sagt Vorstandschef Rolf Settelmeier.



Die Debatte im Ausschuss könnte also interessant werden. Rolf Harzmann, der für Pro Augsburg im Gremium sitzt, hält eine weitläufig angelegte Suche für sinnvoll: „Professionelle Ideengeber sind häufig wenig originell. Die Vorschläge wirken dafür aber nicht selten aufgesetzt und sind teuer.“ Er selbst hat sich auch Gedanken gemacht: Komö-tainer, Enter-tainer, Casa theatrale oder Kultur-Schachtel sind seine Vorschläge.
Die CSU tendiert dagegen dazu, die Namensfindung in die Hände von Theater und Stadtrat zu legen. „Es handelt sich um eine große Investition, ein Titel sollte deshalb gewisse Kriterien erfüllen“, sagt kulturpolitischer Sprecher Andreas Jäckel. OB Kurt Gribl ist dem Vernehmen nach kein Freund von Namen, die die Worte „Container“ oder „Box“ enthalten. Und die Grünen argumentieren, das Gebäude habe aus Sicht der Stadtentwicklung eine so große Bedeutung, „dass Vorschläge, die von Bürgern eingehen, zumindest von Experten vorsortiert werden müssten“, sagt Verena von Mutius.
Unabhängig von der Debatte um den Namen kommen die Arbeiten im „Container“ gut voran. Eine offizielle Eröffnung soll es noch vor den Bayerischen Theatertagen (11. bis 27. Mai) geben. „Das wird nicht im Rahmen einer Veranstaltung geschehen. Die Feier wird sich sicherlich über mehrere Tage ziehen“, sagt Theatersprecher Philipp Peters. Details sollen am Montag im Kulturausschuss vorgestellt werden. Für die Stadtsparkasse als größtem Sponsor wird es eine eigene Veranstaltung geben.
Für die rund 5000 Theater-Abonnenten werden die Tore in wenigen Wochen geöffnet. „Wir wollen ihnen einen Rundgang anbieten, auch wenn zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Einbauten vorhanden sein werden“, sagt Peters. Alle anderen Bürger können Ende März (29. März bis 1. April) an einer Besichtigung teilnehmen: Im Rahmen des „Führungs-Marathons“ Augsburg Open wird auch das Interim zu besichtigen sein.
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