Selten ein Neujahrsempfang, bei dem so viel Selbstbewusstsein ausgestrahlt wurde: Gestern luden die Liberalen ins Rathaus und FDP-Wirtschaftsminister Martin Zeil trug nicht unwesentlich zur guten Laune bei: Er versprach eine verstärkte Berücksichtigung Augsburger Projekte. "Die schwäbischen Interessen werden nicht zu kurz kommen, wie es früher war. Dafür werde ich sorgen." Von Thomas Faulhaber

Das gelte für große Bauprojekte wie die Mobilitätsdrehscheibe, die Verkehrsanbindung, aber auch für die Berücksichtigung beim Konjunkturpaket, so der Minister am Rande des Empfangs im AZ-Gespräch. Fraktionschefin Rose-Marie Kranzfelder-Poth hatte Zeil schon auf die lange Augsburger Leidenszeit der "konsequenten Auszehrung" durch fehlende Unterstützung durch den Freistaat aufmerksam gemacht. Dies soll sich nun ändern. Kranzfelder-Poth nannte Zeil einige große "Augsburger Baustellen", für die man kräftig um Unterstützung bitte:
Messe Für den Neubau der Messehalle fehlt der Rest der ursprünglich zugesagten Förderung in Höhe von drei Millionen Euro.
Kongresshalle Die bis zu 20 Millionen Euro teure Sanierung der Kongresshalle müsse ins Konjunkturpaket aufgenommen werden.
Theater Die Generalsanierung von Theater, Komödie und Freilichtbühne koste viele Millionen. "Holen Sie an Geld für uns raus, was geht", so die Augsburgerin.
Mobilitätsdrehscheibe Kranzfelder-Poth befürchtet, dass aus dem Jahrhundertprojekt eine "Klein-Lösung" werden könnte.
Science-Park Die Ansiedlung von Forschungs- und Wissenschaftsprojekten im Science-Park bei der Uni könne eine Initialzündung für die gesamte Stadt sein.
Auch Parteichefin Miriam Gruß erhofft sich von Zeil viel: "Das Anhängseldasein muss endlich ein Ende haben."
Der Minister beleuchtete in seiner Rede die Wirtschaftskrise. "Es ist eine Illusion zu glauben, der Staat könne alles richten." Seiner Meinung nach wird zu freizügig mit den Milliarden umgegangen. "Die Rechnung zahlt am Ende der Steuerzahler." Zeil bekam für seine Rede starken Applaus.
Mit bei dem Empfang im Rathaus dabei: die Bundes- und Landespolitiker Erwin Lotter und Brigitte Meyer sowie die Bezirksräte Manfred Buhl und Gisela Bock. OB Kurt Gribl (CSU) begrüßte den Minister. Die Geschwister Monika und Stefan Müller (beide JuLis) präsentierten ein kleines Zitherkonzert.
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