Samstag, 18. November 2017

16. Juli 2014 00:35 Uhr

Flussdialog

„Ziele für den Lech nicht verwässern“

Umweltverbände und der Energiekonzern Eon sind trotz Kompromiss weiter uneins

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Zwar gibt es nun einen breiten Konsens für einen naturnahen Ausbau des Lechs. Der große Streit um den Bau eines neuen Wasserkraftwerks von Eon im Naturschutzgebiet Stadtwald Augsburg ist aber noch nicht entschieden. Einigkeit herrscht am Ende des Flussdialogs bei allen Beteiligten zwar darüber, dass zuerst die Planung und Entwicklung des Projektes „Licca liber“ (freier Lech) erfolgt. Erst auf dieser Basis könne dann die wirtschaftliche und ökologisch verträgliche Wasserkraftnutzung in diesem Gebiet überhaupt untersucht und geprüft werden, heißt es beim Wasserwirtschaftsamt Donauwörth.

Ob das Ergebnis einer solchen Prüfung eher negativ oder positiv ausfallen würde, in dieser Frage liegen die Ansichten der Umweltverbände und Energiewirtschaft weiterhin auseinander. Der Naturschutz lehnt ein Kraftwerk im Stadtwald nach wie vor vehement ab. Die Wasserkraft glaubt, dass alle Ziele von „Licca liber“ auch mit einer innovativen Lösung erreicht werden könnten.

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Wie Eon mitteilt, habe sich gezeigt, dass alle gemeinsam formulierten Entwicklungsziele für den Lech mit einer Wasserkraftnutzung vereinbar sind. „Insofern haben wir mit dem Dialogprozess, der für uns auch neu war, gute Erfahrungen gemacht“, so Sprecher Theodoros Reumschüssel. In der nun folgenden Phase werde sich in einer flussmorphologischen Studie zeigen, an welcher Stelle des Lechs Wasserkraft sinnvoll sei. Eon gehe davon aus, dass die Nutzung der Wasserkraft in Verbindung mit der Flussentwicklung gemeinsam verwirklicht werden könne.

Die Lechallianz wiederum verbucht als Erfolg des Flussdialogs, dass die nun vorliegenden Entwicklungsziele ihrer wesentlichen Forderung Rechnung tragen: dem Lech einen möglichst hohen Grad von Natürlichkeit wieder zurückzugeben. Ein dringendes Anliegen der Lechallianz sei aber auch, dass bei den nun anstehenden Planungen die gemeinsam erarbeiteten Ziele nicht verwässert werden. „Darauf werden wir in Zukunft unser Hauptaugenmerk richten“, kündigen die Sprecher Günther Groß und Eberhard Pfeuffer an.

Die Stadtwerke sehen nach dem Dialogprozess ihre Sorgen ausgeräumt: „Licca liber soll nicht an Konflikten mit der Trinkwasserversorgung scheitern“, sagt Franz Otillinger von der Wasser GmbH zu dem Thema. Es sei eine „verantwortbare Lösung“ gefunden worden, damit wertvolle Brunnen im Trinkwasserschutzgebiet bei einer Flussverbreiterung nicht gefährdet werden. (eva)

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