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17. Dezember 2007 22:55 Uhr

Zoo kauft neue Nashörner in Afrika

Der Augsburger Zoo hat große Pläne. Er will neue Nashörner anschaffen, die direkt aus Afrika importiert werden. Zwei junge Nashornweibchen sind aus einem Schutzgebiet für Wildtiere in Südafrika zugesagt. Die aufwendigen Vorbereitungen für Kauf und Transport der Tiere laufen gerade auf vollen Touren. Von Eva Maria

Nashörner sind äußerst beliebte Wildtiere. Auf Safaris zählen sie zu den "big five", also zu den fünf Arten von Großtieren, die jeder Tourist gesehen haben will. Auch in vielen Tiergärten der Welt gelten sie als Attraktion. Der Augsburger Zoo hat eine lange Tradition in der Haltung von Nashörnern. Das Weibchen Toto galt als das wahrscheinlich älteste Nashorn der Welt. Doch heuer im Mai starb das Tier mit 46 Jahren an Altersschwäche. Etwa ein halbes Jahr vorher war der alte Bulle Abu eingegangen.

Neues Gehege in Bau

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Jetzt will Zoodirektorin Barbara Jantschke alle Weichen für den Neuanfang mit einer jüngeren Herde stellen. Dazu gehört eine Unterkunft für die Tiere, die den neuesten Vorschriften entspricht. Am Afrika-Panorama wird gerade ein neues Haus für Nashörner und Watussi-Rinder gebaut, das Mitte 2008 fertig sein soll. Mit 900 000 Euro Kosten ist es das größte Bauprojekt seit Jahren.

Nun fehlen nur noch die neuen Bewohner des Nashornhauses. Und auch die werden jetzt beschafft. Normalweise tauschen die europäischen Zoos Tiere untereinander aus, wenn Gehege neu bestückt werden. Doch das ist in diesem Fall nicht möglich. "Bei Nashörnern gibt es weltweit wenig Nachzuchten in Zoos", so Jantschke. Und sie nennt auch den Grund: Südliche Breitmaulnashörner seien als beliebteste Art jahrzehntelang falsch gehalten worden, nämlich paarweise. Inzwischen gehen Wissenschaftler davon aus, dass sich diese gesellige Art am besten in Verbänden vermehrt.

Sponsoren für den Kauf gesucht

Der Zoo Augsburg schafft nun Platz für eine Herde von sechs Nashörnern. Den Grundstock der Zucht sollen die beiden jungen Weibchen aus dem südafrikanischen Schutzgebiet Mafunyane bilden. Dort werden immer wieder Tiere verkauft, um eine Überpopulation zu vermeiden. Über 70 000 Euro werden die beiden Prachtexemplare inklusive Transport und Papieren kosten. Weiter hofft Jantschke, einen jüngeren Bullen aus einem europäischen Zoo zu bekommen. Denn sie wünscht sich Nachwuchs im neuen Gehege, das auf dem Afrika-Panorama ideale Bedingungen biete.

Vorerst ist aber noch ein größerer Papierkrieg nötig. Weil die Südlichen Breitmaulnashörner auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten stehen, sind zahlreiche Genehmigungen für die Ausfuhr aus Südafrika und die Einfuhr nach Deutschland erforderlich. Nicht zuletzt sucht der Zoo noch Sponsoren, die helfen, den Kauf und Transport zu finanzieren. Geplant ist eine "Rhino-Parade", bei der man bemalte (Kunststoff)-Nashörner kaufen kann. Die Aktion wird Anfang 2008 starten.

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