Donnerstag, 28. Juli 2016

17. Dezember 2015 06:42 Uhr

Augsburg

Zwei Asylbewerber kommen nach Ärger im Bordell in Haft

Ein 26-Jähriger soll in der Hasengasse eine Prostituierte vergewaltigt haben. Ein anderer Flüchtling wurde drei Tage nach seiner Ankunft in Augsburg in einem Laufhaus verhaftet. Von Jörg Heinzle und Peter Richter

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Er war betrunken, wollte Sex – und sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Weil er in einem Bordell in der Hasengasse eine Prostituierte vergewaltigt haben soll, hat das Amtsgericht einen Haftbefehl gegen einen 26-jährigen Asylbewerber erlassen. Dem Mann wird Vergewaltigung vorgeworfen. Das Gericht sah bei ihm eine Fluchtgefahr, weil er in Deutschland keinen festen Wohnsitz hat. Die Staatsanwaltschaft bestätigte den Fall auf Anfrage.

Der Mann besuchte am Nikolausabend vor Mitternacht das Bordell – und wurde dort mit einer 25-jährigen Rumänin einig. Er hatte zunächst auch einvernehmlichen Geschlechtsverkehr mit der jungen Prostituierten. Doch als die vereinbarte und bezahlte Zeit im Bett verstrichen war, wollte der Mann den Ermittlungen zufolge noch weitermachen – er soll die Rumänin festgehalten und sie zu weiterem Sex gezwungen haben. Für Vergewaltigung sieht das Gesetz eine Mindeststrafe von zwei Jahren vor. Eine Frage ist, ob es wegen der Sprachbarriere zu Verständigungsproblemen kam.

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Richterin verurteilt 21-Jährigen zu Bewährungsstrafe

Weil er in einem Bordell nicht zahlen wollte, ist kürzlich auch ein 21-jähriger Mann vor dem Amtsgericht gelandet. Der Asylbewerber aus dem Sudan wurde wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung verurteilt. Der 21-Jährige traf im August in Augsburg ein – und landete bereits nach wenigen Tagen wegen der Auseinandersetzung mit einer Prostituierten im Gefängnis.

Der Mann war in ein Asylheim einquartiert worden, das im Gewerbegebiet in Lechhausen liegt. In der selben Straße befindet sich auch ein sogenanntes Laufhaus. Prostituierte können sich dort Zimmer mieten. Eines Mittags tauchte der 21-Jährige in dem Haus auf. Eine Frau nahm ihn mit ins Zimmer. Als sie bemerkte, dass er kein Geld hatte, wollte sie ihn wieder loswerden. Doch der Mann fasste ihr mehrmals an die Brüste. Sie wollte fliehen, er versuchte, sie wieder aufs Bett zu ziehen. Am Ende befreite sich die Frau und warf ihn aus ihrem Zimmer.

Richterin Rita Greser verurteilte den Mann zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Dem Urteil ging eine Absprache voraus. Mit Hilfe seines Verteidigers Moritz Bode legte der Angeklagte ein vorbereitetes Geständnis ab. Vorab hatten Staatsanwalt und Gericht dem Angeklagten signalisiert, dass er mit einer Bewährungsstrafe rechnen kann. Ohne sein Geständnis wäre der Prozess nicht so einfach über die Bühne gegangen. Die als Zeugin geladene Prostituierte, eine gebürtige Tschechin, erschien nicht zum Prozess. So konnte der Sudanese nach dreimonatiger U-Haft den Gerichtssaal als freier Mann verlassen. Er lebt jetzt in einer anderen Unterkunft.

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