Freitag, 18. August 2017

14. Juni 2017 00:03 Uhr

Fußball

Das Gesicht der Schwaben-Kicker

Jürgen Reitmeier will mit dem Traditionsverein in der Bayernliga an erfolgreiche Zeiten anknüpfen. Zu seinem Posten kam er zufällig. Warum er dieser Tage viel zu tun hat

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Jürgen Reitmeier blickt gerne über den Tellerrand hinaus. Als der Weltfußballverband Fifa vor einiger Zeit beschloss, die Teilnehmerzahl bei Fußball-Weltmeisterschaften ab 2026 auf 48 Nationen zu erhöhen, platzte beim Fußball-Abteilungsleiter des TSV Schwaben Augsburg der Kragen: „Das regt mich auf“, schimpft er. „Ich halte das für absolut hirnrissig.“ Der Funktionär fürchtet durch diese Ausdehnung nicht nur eine sportliche Verwässerung. Der Fußball rücke immer weiter in den Hintergrund, stattdessen gehe es um Sportpolitik, um Macht und Geld.

Eigentlich ist dies für den 46-jährigen Immobilienkaufmann nur ein Randthema, denn in erster Linie kümmert er sich um den TSV Schwaben Augsburg. Seit mehr als drei Jahren gibt er bei den „Violetten“ die sportliche Richtung vor. Überaus erfolgreich, denn Reitmeier hauchte dem Traditionsklub neues Leben ein, unter seiner Leitung marschierten die „Violetten“ von der Bezirks- bis in die Bayernliga durch.

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Dabei war sein Engagement eigentlich gar nicht von langer Hand geplant. Klar, in der Fußballszene war Reitmeier kein unbeschriebenes Blatt. Er kickte einst in der Nachwuchsabteilung des FC Augsburg und in der Bezirksoberliga beim SC Altenmünster, feierte mit den Zusamtalern 1993 gegen den FC Memmingen gar den Gewinn des schwäbischen Pokalwettbewerbes. Doch an ein ehrenamtliches Engagement dachte der gebürtige Augsburger damals ganz und gar nicht.

Im Gegenteil: Er hängte die Fußballschuhe früh an den Nagel und konzentrierte sich auf seine Karriere als Banker. „Zehn Jahre habe ich gegen keinen Ball mehr getreten“, erzählt er. Mittlerweile arbeitet der verheiratete Vater von zwei Kindern als Immobilienunternehmer und lebt in Dinkelscherben.

Wie viele andere vor ihm erlag er in dieser Zeit wieder dem Fußballvirus. Selbst kickte er in der Traditionsmannschaft des FCA und trainierte beim TSV Dinkelscherben Nachwuchsteams. „Wie viele andere Väter, deren Sohn Fußball spielt, auch.“ Und dann besuchte der Dinkelscherbener auch regelmäßig die Heimspiele des FC Augsburg.

Irgendwann traf er dann Sepp Löffler, den damaligen Fußballchef der Schwaben. Löffler wollte diesen Posten abgeben und suchte höchstpersönlich einen Nachfolger. Dabei sprach er auch Reitmeier an. Zunächst hatte der Unternehmer mit dieser Funktionärstätigkeit nichts im Sinn „doch irgendwann habe ich mich dann doch ernsthaft mit der Thematik beschäftigt“.

Und kandidierte bei der Jahreshauptversammlung 2014 für den Job an der Stauffenbergstraße. „Ich habe beim damaligen Bezirksligisten Potenzial gesehen, wieder höherklassig zu spielen, irgendwie war der Klub für mich ein schlafender Riese.“ Und setzte sich Ziele. Die erwiesen sich als durchaus anspruchsvoll. In fünf Jahren wollte er in die Bayernliga aufsteigen. Dieses Ziel hat er nun schon nach drei Jahren erreicht. Zudem sollen die Schwaben, wie schon in früheren Zeiten, in der Stadt hinter dem FCA die Nummer zwei werden.

Mittlerweile ist Reitmeier das Gesicht der Schwaben, der Verein ist für ihn längst eine Herzensangelegenheit geworden. Er hält die Zügel fest in der Hand, investiert den Großteil seiner Freizeit („Gut zehn Stunden in der Woche“), organisiert und hat dem Klub ein neues, modernes Gesicht verpasst. Er nennt da die Organisationsstruktur, das Marketing und die Neuen Medien. Unterstützung bekommt er von Dieter Zoglauer, seinem Stellvertreter.

Trotz aller sportlicher Erfolge. Fußballfunktionär im gehobenen Amateurbereich zu sein, das ist ein hartes Brot. Gerade in diesen Wochen. Der neue Kader muss zusammen gestellt werden, Gespräche mit Sponsoren stehen an. Denn ohne Moos ist auch bei den Schwaben nix los. „Wirtschaftlich sind wir stabil“, sagt Reitmeier zwar, bezeichnet aber die Akquise neuer Unterstützer als schwierig, „denn viele Unternehmen engagieren sich halt beim FCA.“

Doch jammern will der engagierte Schwaben-Boss nicht. Im Gegenteil, er krempelt die Ärmel hoch und blickt zuversichtlich nach vorne. Mit Sören Dreßler, dem ehemaligen Kapitän des FC Augsburg, hat er einen engagierten Mitstreiter als Trainer gefunden. „Wir schwimmen auf einer Wellenlänge und passen gut zusammen“, betont Reitmeier.

Der Fortsetzung des Höhenfluges scheint nichts im Wege zu stehen.

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