Dienstag, 16. Januar 2018

23. März 2017 00:03 Uhr

Voltigieren

Lords Box soll nicht leer bleiben

Nach einem Sturz stirbt das Pferd der besten Turniergruppe des Augsburger Pferdesportvereins. Die Mitglieder haben eine Idee, wie sie den Nachfolger finanzieren wollen

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Kathrin Plößl kann sich noch gut an den 19. Dezember 2016 erinnern. Nach dem Training mit ihrer Voltigiergruppe ist die 30-jährige Trainerin gerade zu Hause angekommen, als sie ein aufgeregter Anruf erreicht. Voltigierpferd Lord sei in der Box gestürzt und käme nicht mehr hoch. Plößl eilt sofort zurück in den Stall, den der Verein am Augsburger Stadtrand zwischen Gersthofen und dem Autobahnsee nahe der Firnhaberauer Heide gepachtet hat. Doch sie kommt zu spät. Lord ist bereits tot. „Bei dem Sturz hat er sich wohl eine Rippe oder die Wirbelsäule gebrochen und das hat ein wichtiges Organ verletzt. Er ist innerlich verblutet. Innerhalb einer halben Stunde. Das ging ganz schnell“, berichtet die Trainerin von dem Schicksalsschlag, der die rund 100 Mitglieder des Augsburger Pferdesportvereins (APSV) geschockt zurückgelassen hat.

Die beste Voltigiergruppe des Vereins, die das Turnen auf dem Pferd bisher in der höchsten Leistungsklasse S bei Turnieren ausübte, stand von einer Minute auf die andere ohne Pferd da. Insgesamt fünf Voltigier-Gruppen der unterschiedlichsten Leistungs- und Jahrgangsstufen gibt es im Verein. Kinder ab sechs Jahre können bereits mit dem Turnen auf dem Pferd beginnen. Zwei mal pro Woche wird hoch zu Ross geübt, einmal die Woche geht es zum Gymnastiktraining in die Turnhalle.

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Doch nun bleiben dem APSV nur mehr zwei Voltigierpferde Hochadels Junior und Andiamo. Ikarus, das erfolgreiche Turnierpferd der ersten Gruppe, wurde vergangenes Jahr mit 21 Jahren in Rente geschickt. Nun sollte Lord übernehmen. Weil Junior und Andiamo zuletzt ebenfalls verletzt waren und zwei Operationen hinter sich haben, ist die Vereinskasse endgültig leer. Ein Ersatz für den gestorbenen Lord ist nicht finanzierbar. „Wir hatten zwei Jahre in die Ausbildung von Lord gesteckt, weil er etwas schwierig war. Doch jetzt hat es super geklappt. 2017 sollte er seinen ersten Turnier-Einsatz haben“, ist Plößl immer noch fassungslos, dieses Pferd so überraschend verloren zu haben. Da die erste Gruppe 2017 nun wohl kein Turnier bestreiten kann, wird sie in der Leistungsklasse von S auf M** heruntergestuft. Denn die Pferde Hochadels Junior und Andiamo sind von den anderen Gruppen belegt. „Jedes Pferd geht dreimal die Woche im Training der Gruppe, dazu wird es dressurmäßig geritten und gymnastiziert“, erklärt Plößl, warum die anderen Vierbeiner nicht als Ersatz für die Spitzengruppe in Frage kommen.

Aus der Verzweiflung und dem innigen Wunsch heraus, wieder ein Turnierpferd zu bekommen, ergreifen die jungen Mitglieder des Vereins nun selbst die Initiative. Sie wollen selbst einen Nachfolger für Lord finanzieren. Etwa 9000 Euro kostet ein neues Pferd, da es bereits eine gewisse Ausbildung haben sollte. Dann muss auch nicht wieder zwei Jahre auf den ersten Turniereinsatz hingearbeitet werden. Eine Idee, wie die 9000 Euro gesammelt werden sollen, steht bereits.

„Wir haben uns eine Crowdfunding-Seite im Internet gestaltet, die ab Dienstag, 28. März, für zwei Wochen freigeschaltet wird“, berichtet Kathrin Plößl. Dort könnten Förderer, Unterstützer und Freunde des Vereins Dienstleistungen der APSV-Mitglieder kaufen, beispielsweise Hilfe bei der Gartenarbeit und beim Hunde ausführen oder eine Massage. Auch einen Erlebniskurs Voltigieren für Firmen oder die Namensrechte am neuen Pferd sollen angeboten werden. Eine „Spende mit Gegenleistung“, nennt Kathrin Plößl das Konzept, auf das die APSV-Mitglieder ihre Hoffnungen setzen. Nur mit einem neuen Pferd kann die bisher so gute sportliche Entwicklung weitergehen.

In den vergangenen Jahren hatten die Augsburger Voltigierer immer wieder gute Platzierungen bei schwäbischen, bayerischen und süddeutschen Meisterschaften geholt. „Wir hätten in diesem Jahr sogar durchaus Potenzial für die deutschen Meisterschaften gehabt, doch es lief einfach unglücklich für uns“, sagt Kathrin Plößl.

des APSV steht ab Dienstag, 28. März, bereit:

https://www.fairplaid.org/#!voltipferd

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Andrea Bogenreuther

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