Nach dem Bundesliga-Spiel gegen Lautern läuft nicht alles reibungslos. FCA-Fans beschweren sich über Ordnungsdienst Von Johannes Graf
Unschöne Szenen sollen sich nach dem Schlusspfiff im südöstlichen Bereich der SGL-Arena abgespielt haben. Hinter dem Gästefanblock. Nach dem Bundesliga-Spiel zwischen dem FC Augsburg und Kaiserslautern soll der Ordnungsdienst FCA-Fans durch den Gästeausgang geschickt haben, vorbei an wütenden Lauterer Fans, die an ihren Bussen auf die Heimfahrt warteten. FCA-Anhänger Andreas Schwab erzählte davon, dass er deshalb von Gästefans angepöbelt und angespuckt wurde (wir berichteten).
Nicht nur der Neu-Ulmer Schwab ist verärgert darüber, dass er das Stadion nicht mehr auf dem Weg verlassen durfte, auf dem er es betreten hatte: über den Ein- und Ausgang entlang der Haupttribüne im Norden. Auch Andreas Schlögel. „Es ist definitiv so, dass die Ordner die Leute über den Gästeausgang rausgeschickt haben“, sagt Schlögel.
Wie Schwab besitzt der Augsburger eine Dauerkarte im Block Y, der an den Gästebereich angrenzt. Im Block Y sitzen neben FCA-Fans auch Gästefans, um das Zuschauerkontingent für Anhänger der Gastmannschaft zu erfüllen. Es sind nicht der harte Fankern, sondern eher Familien mit Kindern, die das Spiel genießen wollen.
Der FCA verzichtet in diesem Zuschauerbereich darauf, die Gäste- von den FCA-Fans mit Gittern zu trennen: weil es nicht nötig scheint. „Bisher hat das Konzept gut funktioniert“, erklärte der FCA-Sicherheitsbeauftragte Edgar Schweininger am Montag.
Umso verwunderlicher wirkt, dass nun am Samstag nach Spielschluss drei Ordner den üblichen Ausgang für die FCA-Fans aus Block Y versperrten. Selbst, wenn sie einen Augsburger Schal trugen oder ihre Dauerkarte vorzeigten, durften sie nicht Richtung Block Z (siehe Grafik) gehen. So berichtet es FCA-Fan Andreas Schlögel. „Das war das erste Mal in dieser Saison“, sagt er.
Entsprechend irritiert reagierten die FCA-Fans, die aus dem Y-Block strömten. Rund 50 Fans sollen der Anweisung des Sicherheitsdienstes gefolgt sein und verließen die Arena durch den Gästeausgang. Der Rest ließ sich das nicht bieten. Die Ordner seien überfordert gewesen und ließen die FCA-Fans durch, so Schlögel. Auch er ging mit seinem zehnjährigen Sohn Richtung Block Z.
Es scheint, als hätten die Ordner rund um Block Y eine undankbare Aufgabe. Sie sollen nicht nur die Fangruppen trennen, sie sollen zudem dafür sorgen, dass kein Alkohol an Gästefans weitergeben wird. Darüber ärgerte sich FCA-Fan Schwab am Samstag. Er durfte mit Bier und Glühwein nicht mehr zurück auf seinen Platz in Block Y. FCA-Fan Heinz Hoefke hingegen erklärt, dass er vor dem Spiel mit Glühwein in Block Y durfte. Und, dass er nach der Partie die Arena über den üblichen Ausgang verließ: Richtung Haupttribüne. Das hatte wohl zeitliche Gründe.
In der Arena vertritt der Sicherheitsdienst das Hausrecht. Die Polizei hält sich zurück und greift nur bei besonderer Gefahrenlage ein, erklärt Artur Dachs. Der Polizist ist an der Einsatzplanung in der Arena beteiligt. Dachs schildert, dass es im Einzelfall passieren könne, dass ein FCA-Fan beim Verlassen der Arena im Pulk der Gästefans lande. „Ständig kommt das aber nicht vor“, sagt Dachs. Nicht nachvollziehen kann der Polizist allerdings, dass die Ordner nach dem Spiel gegen Kaiserslautern den üblichen Ausgang für FCA-Fans aus Block Y blockierten.
Der FC Augsburg nimmt das Thema ernst und ist um Aufklärung bemüht. Der Verein erklärt, dass er erst den Bericht des Ordnungsdienstes zum Spiel abwarten wolle, bevor er die verantwortlichen Mitarbeiter befrage.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.|
|
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: