Donnerstag, 18. Januar 2018

11. Januar 2018 00:02 Uhr

Radball

Torjäger auf zwei Rädern

Beim internationalen Radballturnier der RKB Soli Augsburg messen sich die besten Nachwuchs-Radballer. Warum die Sportart bedroht ist und was sie bietet Von Moritz Weiberg

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Sie drehen enge Kreise auf ihren Hinterrädern, bremsen ab, nehmen sofort wieder Tempo auf und schießen mit einem geschickten Schlenzen des Vorderrads den Ball mit 90 Stundenkilometern ins Tor. „Das ist pure Akrobatik“, zeigt sich Hubert Thiel beeindruckt. Seit vierzig Jahren leitet er die Radballabteilung des RKB Solidarität Augsburg.

15 Teams in zwei Altersgruppen traten am vergangenen Sonntag beim internationalen Nachwuchs-Radballturnier in Augsburg gegeneinander an. „Wir haben hier das Niveau einer deutschen Meisterschaft“, sagt Thiel.

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Diese hohe Qualität lockt sogar Teams aus dem Ausland an. Bis zu 600 Kilometer spulen Mannschaften aus Tschechien und der Schweiz ab, um nach Augsburg zu kommen. Wer Radball spielt, muss Leidenschaft mitbringen, lange Anfahrtswege zu den Turnieren gehören dazu. Es gibt immer weniger Vereine und Spieler. Laut Hubert Thiel sei es schwierig, junge Leute für seinen Sport zu begeistern. Denn „die Trainingsphase ist sehr lang. Bis man richtig spielen kann, dauert es mehrere Monate.“ Die größte Schwierigkeit bereitet die Beherrschung des Rads.

Fabian Schäfer spielt für RKB Augsburg in der U-19-Landesliga. „Für mich war es das Schwierigste, auf dem Rad richtig zu stehen.“ Die Räder haben eine Eins-zu-eins-Übersetzung. Was das bedeutet, zeigt Fabian Schäfer: Tritt er die Pedale nach vorne, bewegt er sich vorwärts, tritt er zurück, geht es rückwärts weiter. Wie jeder hatte auch er anfangs Probleme, inzwischen sieht es spielend leicht aus, wenn er sich auf dem Spielfeld bewegt. Zum Aufwärmen vor einem Spiel springt er auf seinem Hinterrad, hüpft zwischen zwei Linien hin und her und dreht Pirouetten. Seit über sechs Jahren spielt er mit seinem Cousin Max zusammen. Ihr größter Erfolg war der bayerische Meistertitel vor zwei Jahren. Dieses Jahr werden sie zur deutschen Meisterschaft fahren.

Was ist für sie das Besondere am Radball? „Es ist schnell, sehr intensiv und macht wahnsinnig viel Spaß“, sagt Fabian. Sein Partner Max fügt hinzu: „Man merkt sofort den Erfolg und die Fortschritte. Und weil es nicht so viele Mannschaften gibt, kann man schnell bei großen Meisterschaften mitspielen.“ Beim Turnier am Sonntag wurden sie am Ende Fünfter.

Nico Zuber und Felix Pausch sind 13 Jahre alt. Trotzdem spielen sie in der U-17-Bayernliga. „Damit sie gefordert sind“, sagt Vater Mario Pausch. Das erste Spiel des Turniers gewinnen sie 6:0. Vater Mario ist trotzdem nicht ganz zufrieden. „Sie haben jetzt zwei Wochen nicht trainiert, das merkt man.“ Zweimal in der Woche trifft sich der RKB Augsburg in der Turnhalle der Berufsschule VI zum Training. Felix spielt seit sieben Jahren Radball, angefangen hat er in Friedberg. Er suchte nach einem Partner und wechselte nach Augsburg. Im Radball ist es eben schwierig, Gleichgesinnte zu finden. Wie die meisten Spieler kam er über seine Familie zum Radball. „Mein Bruder hat gespielt und ich bin zum Training mitgegangen. Irgendwann bin ich dann selber aufs Rad gestiegen.“ Er und sein Partner Nico sind ein gutes Team. Sie waren schon bayerische Meister und stehen im Moment in der Bayernliga auf dem zweiten Platz.

Der sportliche Erfolg sei zwar wichtig für den RKB Soli Augsburg, aber nicht entscheidend. Für den Leiter Hubert Thiel ist es vor allem das Zwischenmenschliche, was zählt. Seit 40 Jahren ist er in seinem Verein engagiert. Und er denkt gar nicht daran, seinen Job an den Nagel zu hängen. „Ich habe noch nie einen Gedanken daran verschwendet, hier aufzuhören. Dafür macht es mir einfach viel zu viel Spaß.“

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Augsburg | Tschechien | Schweiz | Friedberg

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