Dienstag, 21. November 2017

24. Juli 2017 00:03 Uhr

LG Augsburg

Träume und Tränen auf der Tartanbahn

Leila Kilian gelingt die Generalprobe. Florian Bauer ist nach seinem Sturz untröstlich

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Florian Bauer war so untröstlich, dass er die Schmerzen an seinem Zeh, die Rückenprellung und die Aufschürfungen am Bein erst gar nicht spürte. Über die 400-Meter-Hürden war der Läufer der LG Augsburg derart souverän in Führung gelegen, dass kaum mehr jemand daran zweifelte, dass es das nächste Gold für die Gastgeber werden würde. Doch an der drittletzten Hürde passierte es.

Bauer blieb mit dem linken Fuß hängen, riss die Hürde um und stürzte. Zwar rappelte er sich gleich wieder auf und lief das Rennen zu Ende, doch die Konkurrenten waren vorbei. Fassungslos sank der Augsburger im Zielraum zu Boden, unfähig, die tröstenden Worte der Vereinskameraden und der Trainer überhaupt wahrzunehmen.

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„Man ist mit dem Kopf schon im Ziel, doch dann wird der Körper müde. So ist die Leichtathletik“, fühlte LG-Fördervereinsvorsitzender Roland Wegner mit seinem jungen Athleten mit, sah aber einen Lerneffekt: „Das wird ihm sicher nie wieder passieren.“

Es hätte der große Triumph für Florian Bauer bei der bayerischen Meisterschaft vor heimischem Publikum werden können, denn am Samstag hatte der U18-Starter über die 400 Meter bereits die Silbermedaille geholt. Da aber eigentlich die 400-Meter-Hürden die Spezialdisziplin des Schülers am Fugger-Gymnasium sind, wollte er es auch hier noch einmal wissen – schließlich hatte er sich in dieser Disziplin bereits für die deutsche Meisterschaft qualifiziert. Doch das Missgeschick fegte alle Medaillenträume dahin. Immerhin konnte sich Bauer damit trösten, dass er über die 400 Meter ohne Hürden mit neuer persönlicher Bestzeit von 50,84 und als Vizemeister ins Ziel gekommen war. „In zwei Wochen sind die deutschen Meisterschaften, deshalb wollten wir die Belastungen testen“, sagte er danach. Was er in Ulm besser machen muss, hat er in Augsburg schmerzlich erfahren.

Wie sehr die Titelkämpfe den Athleten körperlich zusetzen, zeigt sich auch an Leila Kilian. Erschöpft sank sie nach ihrem Lauf zu Boden und konnte sich über die Bronzemedaille über die 400-Meter bei der U20 erst gar nicht richtig freuen. „Meine Beine tun so weh, ich kann nicht aufstehen“, klagte sie, bevor der Erfolg doch noch ein Lächeln in ihr Gesicht zauberte.

„Für die deutsche Meisterschaft habe ich mich schon vergangene Woche mit Bestzeit qualifiziert, aber ich wollte einfach mal auf dem Podest stehen, und das habe ich geschafft“, so die Läuferin, deren Saison schlecht begonnen hatte. Ein Bänderriss hatte sie von Oktober bis Dezember 2016 außer Gefecht gesetzt, erst im Frühjahr konnte Kilian wieder trainieren.

Jetzt ist sie neben Florian Bauer eine der großen Hoffnungen der LG Augsburg bei den deutschen Titelkämpfen. Andrea Bogenreuther

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