Michael Bakos ruft Anhänger an und will sie zum Kauf einer Dauerkarte bewegen.Frühere Panther spielen im DEL-Finale eine entscheidende Rolle Von Peter Deininger
Michael Bakos, 33, ist Eishockeyprofi. Mit seinen 100 Länderspielen gehört der Verteidiger zu den erfolgreichsten Augsburger Spezialisten aller Zeiten. Nach 12 Jahren in Mannheim, Ingolstadt und Straubing spielt er ab Herbst wieder für die Panther. Bereits am heutigen Donnerstag greift er für seinen neuen alten Arbeitgeber zum Telefonhörer und will Eishockey-Anhänger zum Kauf einer Dauerkarte bewegen. „So etwas habe ich noch nie gemacht“, ist Bakos darauf gespannt, was ihn im Telefonmarketing erwartet. „Ich habe offensichtlich im Pantherbüro den Eindruck vermittelt, dass ich nicht ganz ausgelastet bin.“ Der lange Abwehrspieler kann viel erzählen – zum Beispiel von seinen Einsätzen in der Nationalmannschaft. Das letzte Spiel bestritt Bakos 2010 bei den Olympischen Spielen in Vancouver gegen Kanada. Danach war er einige Male verletzt und spielt in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Finnland und Schweden (4. bis 20. Mai) keine Rolle bei Bundestrainer Jakob Kölliker. „Neuer Trainer, neue Ära – es ist doch schön, wenn viele gute junge Spieler nachkommen“, reagiert Bakos gelassen auf seine Zuschauerrolle.
Erst vor knapp zwei Wochen war für ihn die Saison beendet. Die Straubing Tigers hatten überraschend das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft erreicht und schieden mit 1:3 gegen den späteren Meister Eisbären Berlin aus. „Auch der anschließende Feiermarathon mit Straubing war eine hohe Belastung“, verweist er lachend auf sein fortgeschrittenes Alter. Mittlerweile hat er sich bei den Tigers verabschiedet und wird demnächst mit dem Sommertraining in Augsburg beginnen. Gestern war er aber noch Hausaufgabenhilfe für einen seiner Söhne.
Das Ergebnis im DEL-Finale kam für ihn nicht überraschend. „Die Berliner konnten gegen Mannheim wie gegen uns im Halbfinale im entscheidenden Moment einen Zahn zulegen“, so Bakos nach dem 3:1 der Eisbären am Dienstag.
Ex-Panther Tallackson wertvollster Play-off-Spieler
Auch Panther-Hauptgesellschafter Lothar Sigl war beeindruckt von der „ebenso ausgeglichenen wie spektakulären Serie mit gut ausgebildeten Spielern“. Sigl spielte darauf an, dass ehemalige Panther wie Ronny Arendt (Mannheim), Darin Olver und Barry Tallackson (Berlin) sich als Torschützen auszeichneten. Tallackson wurde sogar zum wertvollsten Spieler der Play-offs gewählt.
Die DEL produziert aber auch negative Schlagzeilen. Nach den Hannover Scorpions und der Düsseldorfer EG hat sich auch der EHC München zum finanziellen Brennpunkt entwickelt. Angeblich denken die Gesellschafter über einen Verkauf der Lizenz nach. „Da wird so viel spekuliert, dass nicht auch ich noch meinen Senf dazugeben werde“, hält sich Lothar Sigl mit einer Stellungnahme zurück und sieht nur einen positiven Aspekt: „Angesichts der Sparzwänge bei einigen Konkurrenten können wir darauf hoffen, dass der Etatabstand zumindest nicht größer wird.“ Doch der Hauptgesellschafter sieht auch Gegenbeispiele. Nach den Nürnberg Ice Tigers investieren auch die Kölner Haie kräftig auf dem Spielermarkt.
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