Freitag, 15. Dezember 2017

19. April 2017 00:04 Uhr

Titelkämpfe

Vom „Fluch der Karibik“ inspiriert

Bei der deutschen A-Jugend-Meisterschaft in der Stadtberger Mehrzweckhalle wollen die Augsburger Degenfechterinnen ihren Heimvorteil nutzen. Dafür haben sie in den Osterferien so manches Opfer gebracht

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Dem Film „Fluch der Karibik“ dürfte der deutsche Fechtsport einiges zu verdanken haben. Wie viele Kinder und Jugendliche durch die coolen Fechtszenen von Captain Jack Sparrow alias Johnny Depp zu diesem Sport gekommen sind, ist zwar nicht durch Zahlen belegbar, die 15-jährige Michaela Dietrich vom TV Augsburg gehört aber auf alle Fälle dazu. Bei ihr hat der Film vor mehr als zwei Jahren das Interesse am Schwertkampf und Fechten geweckt. Während des Augsburger Ferienprogramms Tschamp ist der Funke dann endgültig über- gesprungen. Und mittlerweile ist die Schülerin so gut, dass sie am Samstag und Sonntag bei der deutschen Meisterschaft der A-Jugend im Damendegen in der Neuen Sporthalle in Stadtbergen starten wird.

„Natürlich ist unser Fechten anders als im Film“, gesteht Michaela mit einem Lächeln, „man muss die Klinge viel präziser führen. Denn nur wenn die Spitze mit einem Gewicht von 750 Gramm zustößt, wird der Treffer gewertet. Dafür muss man üben, üben, üben“, erzählt Michaela Dietrich von ihren Erfahrungen in diesem Sport. Da sie viel Ehrgeiz und auch Talent mitbrachte, stellten sich schnell Erfolge ein.

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Mittlerweile steht Dietrich auf Platz vier der deutschen A-Jugend-Rangliste und auf Platz zwei der A-Junioren-Rangliste. In Stadtbergen wird sie ihre vierte deutsche Meisterschaft bestreiten. Und sie hofft sehr, bei diesen Titelkämpfen, die einen Tag nach ihrem 16. Geburtstag beginnen, gut abzuschneiden. „Da darf man sich auch nicht von Freunden und Familie ablenken lassen.“

Damit die sieben startberechtigten TVA-lerinnen Amelie Löflath, Michaela Dietrich, Lara Rothstein, Laura Marschall, Marina Klees, Vanessa Ahnert und Linda Schmid auch ja konzentriert bei der Sache blieben, hat TVA-Trainer Waldemar Schneider die Schlagzahl der Übungseinheiten über die Osterferien erhöht und das Training unbarmherzig in die frühen Morgenstunden verlegt.

Eine Maßnahme, die nicht bei allen jungen Fechterinnen auf Begeisterung gestoßen ist. „Dadurch soll sich der Biorhythmus auf die Wettkämpfe am Morgen einstellen. Wir fanden das zwar nicht so toll, aber wir fechten immerhin auf einer deutschen Meisterschaft“, gesteht Michaela, dass es sie und ihre Vereinskameradinnen Überwindung gekostet hat, in den Ferien so früh aus dem Bett zu kommen. Doch Schneider kennt die Anforderungen an einen Leistungssportler.

1994 trainierte er bereits die kasachische Nationalmannschaft im Damendegen und betreute seine Schützlinge bei Weltmeisterschaftseinsätzen, seit 2008 arbeitet er als Fechttrainer in Deutschland. Seit 2014 ist er zudem verantwortlicher Landestrainer für Degen beim Bayerischen Fechterverband. Die TVA-Jugend, männlich wie weiblich, hat er mittlerweile auf ein sportliches Niveau gebracht, das in Bayern seinesgleichen sucht. Ob die Mädchen auch national mit der gewohnt starken Konkurrenz aus den Landesleistungszentren von Tauberbischofsheim oder Heidenheim mithalten können, wird sich am Wochenende zeigen.

„Der Körper muss fit sein. Um 9 Uhr beginnen die Wettkämpfe, deshalb ziehen wir diese zwei Wochen mit dem Morgentraining durch“, bekräftigt Schneider seine Marschroute. Lob für alle Beteiligten gibt es dafür von TVA-Abteilungsleiter Christian Büttner: „Die Mädchen haben auf alle Fälle eine super Arbeitsmoral gezeigt. Sie sind fleißig und geben jeden Tag Vollgas. So hoffe ich schon, dass es bei der Heim-Meisterschaft einen kleinen Sieg gibt, auch wenn es eine wirklich schwere Aufgabe wird.“

98 Fechterinnen der Jahrgänge 2000 bis 2004 werden aus ganz Deutschland anreisen. Die Finalgefechte der vier besten Fechterinnen und die der Mannschaften finden auf einer eigens dafür eingerichteten Finalbahn (Hochbahn) statt. Und worauf freut sich Michaela bei dieser Meisterschaft am meisten? Die junge Sportlerin muss nicht lange nachdenken: „Dass wir dieses Mal nicht im Hotel schlafen müssen.“

Der Zeitplan

Samstag Einzel-Wettbewerbe 9 Uhr Vorrunden, 11.30 Uhr 128er-KO, 15.30 Uhr Rahmenprogramm, 16 Uhr Halbfinale und Finale, 17 Uhr Siegerehrung

Sonntag Mannschafts–Wettbewerbe 9 Uhr Beginn, 12.30 Uhr 16er-KO, 15.30 Uhr Finale, 16.30 Uhr Siegerehrung

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Ein Artikel von
Andrea Bogenreuther

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