Montag, 22. Dezember 2014

27. Oktober 2013 11:22 Uhr

Oper "Rigoletto"

Eine Premiere mit Hindernissen und einem sängerischen Glanzlicht

Es war eine Premiere mit Hindernissen. Bei Verdis "Rigoletto" musste Tenor Ji-Woon Kim wegen einer Erkältung seinen Auftritt absagen. Aber es gab Ersatz.

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"Rigoletto" hatte Premiere am Theater Augsburg.
Foto: Nik Schölzel, Theater Augsburg

Premiere mit Hindernissen am Theater Augsburg: Tenor Ji-Woon Kim, als Interpret des Herzogs eine der tragenden Säulen der Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Oper „Rigoletto“, musste am Samstag wegen schwerer Erkältung seinen Auftritt absagen.

Fehlende szenische Einstudierung

Für Ersatz war rechtzeitig gesorgt worden: Andrea Shin eilte aus Karlsruhe herbei, bestritt seinen Part wegen fehlender szenischer Einstudierung jedoch nur sängerisch. Die Darstellung auf der Bühne übernahm Regieassistent Dominik Kastl. Eine Notlösung, für die es am Ende dennoch – und vor allem wegen der vorzüglichen Gestaltung der Tenorpartie – reichlich Beifall gab.

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Sophia Christine Brommer ist sängerisches Glanzlicht

Sängerisches Glanzlicht des neuen Augsburger „Rigoletto“ aber ist zweifelsohne Sophia Christine Brommer. Nicht nur bewegt sie sich mit Leichtigkeit in der hoch anspruchsvollen, zu extremen Spitzentönen vorstoßenden Partie der Gilda; Brommer versteht es auch, ihrer Rolle anrührend Profil zu geben. Jacek Strauch als Rigoletto trumpft dagegen vor allem mit vokaler Wucht auf.

Ausgezeichnet der Einstand von Augsburgs neuem 1. Kapellmeister Lancelot Fuhry. Der setzt Verdis Musik nicht unter ermüdende Dauerhitze, sondern lässt sich durchaus Zeit mit der Entwicklung der Tragödie, hält auch das Orchester zu schlanker Artikulation an – und lässt es dann doch in den dramatisch entscheidenden Momenten kraftvoll-krachend zupacken.

Regisseur Parick Kinmonth verpflanzt die Handlung aus dem norditalienischen Mantua in den Wilden Westen, samt Planwagen, Tipi und Indianerfedern. Ein Ortswechsel, der freilich keine neuen Erkenntnisse für „Rigoletto“ bringt. Etliche Buhs für die Regie im letztlich starken Beifall für die Gesamtproduktion.

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