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Dramaturg am Augsburger Theater: Roland Marzinowski: Der Mann hinter den Kulissen

Dramaturg am Augsburger Theater

Roland Marzinowski: Der Mann hinter den Kulissen

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    Roland Marzinowski ist Dramaturg am Augsburger Stadttheater.
    Roland Marzinowski ist Dramaturg am Augsburger Stadttheater. Foto: Alexander Kaya

    Seit 2009 arbeitet er am Theater Augsburg, trotzdem kennt ihn fast keiner in der Stadt. Das stört Roland Marzinowski überhaupt nicht, er ist Dramaturg und agiert als Mann hinter den Kulissen. Dabei könnte ohne ihn oder seine Kollegen keine einzige Komödie oder Tragödie das Licht der Bühne erblicken.

    Doch der Reihe nach. Viele aufgeführte Stücke in der Fuggerstadt tragen die Handschrift des 37-Jährigen. Zum Beispiel „Familien Unternehmer Geister“ des Wieners Robert Woelfl. Diesen dem breiten Publikum eher unbekannten Autor „verfolgt“ Marzinowski schon länger.

    Sobald ein neues Stück des Österreichers auf den Markt kommt, wird es von Marzinowski umgehend gelesen. Natürlich auch „Dem Herz die Arbeit, den Händen die Liebe“ oder „Kommunikation der Schweine“. Bei dem neuesten Stück „Familien Unternehmer Geister“ waren die Augsburger dann die Ersten, die sich die Aufführungsrechte sicherten und mit einer deutschen Uraufführung im Frühjahr glänzen konnten. Wenn der Dramaturg davon erzählt, klingt er richtig stolz. Kein Wunder, Uraufführungen sind immer Glanzpunkte im Spielplan.

    Mit dem Lesen eines Stückes ist die Arbeit eines Dramaturgen natürlich nicht erledigt. Schon bei der Erstellung eines Spielplans sprechen sie ein gewichtiges Wort mit. Acht gibt es am Augsburger Haus, unter ihnen Intendantin Juliane Votteler.

    Über den herrschenden Ehrbegriff für die Mimen

    Zurück zu Roland Marzinowski und seiner Arbeit. Wie die für „Maria Magdalena“, einem bürgerlichen Trauerspiel von Friedrich Hebbel, das im Großen Haus zu sehen war. Damit die Darsteller in diese berührende Geschichte des Tischlermeisters Anton und seiner Tochter Klara richtig eintauchen können, machte sie der Dramaturg dafür fit. In diesem Fall stellte er Texte zusammen, die sich mit dem damals herrschenden Ehrbegriff beschäftigen, der Katastrophe einer unehelichen Schwangerschaft und der Gewalt von Männern gegen Frauen. Auch eine kurz gefasste Sozialgeschichte über das Handwerk mussten die Mimen „durcharbeiten“. Nur dann, so Marzinowski, könnten sie den Text von Hebbel „verstehen“.

    Das heißt, Roland Marzinowski führt ein Leben, das sich in Bibliotheken und seinem kleinen, mit Büchern überhäuften Arbeitszimmer am Theater abspielt.

    „Das Theater ist eine absolutistische Institution und duldet kein anderes Leben.“ Nur manchmal, wenn das Wetter zu gut ist, schnappt er sich sein Radl, einen Stapel Bücher und steuert den Wittelsbacher Park, den Hofgarten oder den Siebentischwald an. „Man wird nie fertig“, so der Dramaturg, immer wieder finde er Texte, die sich zur Vertiefung der aufzuführenden Stücke eignen würden. Trotzdem liebt er seinen Beruf.

    Vor allem, wenn er einen modernen Autor wie Woelfl durchsetzen und bei den Proben darüber hinaus seine eigenen Ideen einbringen kann. „Der Regisseur hat zwar das letzte Wort, aber der Dramaturg darf immer nachfragen.“ Und Roland Marzinowski tut das besonders gern und, sofern notwendig, auch ausgiebig.

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