Montag, 28. Juli 2014

03. April 2014 10:28 Uhr

Ismaning

17-Jährige per Annonce für tot erklärt: Jagd auf den Stalker

Ein Unbekannter hat eine 17-Jährige aus Ismaning per Zeitungsanzeige für tot erklärt. Doch das Mädchen lebt. Die Polizei jagt nun den mutmaßlichen Stalker.

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Diese Todesanzeige schockierte nicht nur die Menschen in Ismaning, sondern weit darüber hinaus. Ein bislang unbekannter Täter hatte Mitte der vergangenen Woche in der Süddeutschen Zeitung eine Anzeige geschaltet, in der der Tod der 17-jährigen Steffi aus Ismaning bekannt gegeben wird.

"Für immer verlassen"

Der Wortlaut: "Unsere liebe Steffi hat uns heute für immer verlassen. Sie wurde heute viel zu früh aus ihrem jungen und erfüllten Leben gerissen (...) Wer das Glück hatte, Steffi in ihrem Leben zu begegnen, der wird wissen welches Glück wir hatten. Wir werden dich nie vergessen. Dich Steffi, unseren kleinen Engel mit dem großen Herzen, der unser Leben so bereichert hat."

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Stalker-Attacke gegen Eltern?

Doch Steffi lebt, offenbar steckt ein Stalker hinter der gefälschten Anzeige. Er soll sie im Namen der Eltern aufgegeben haben. Offenbar wird das Mädchen schon seit Monaten von dem Unbekannten gestalkt. In einem Bericht des Münchner Merkur wird nun gemutmaßt, dass sich die Stalker-Attacke nicht gegen die 17-Jährige, sondern gegen ihre Eltern richtete. Die Polizei München will sich weder dazu noch zu anderen Details des Falls äußern. "Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, sollen aber nicht gefährdet werden", sagte ein Polizeisprecher gegenüber AZ Online.

Bis zu drei Jahre Haft wegen Nachstellung

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt nun gegen den Unbekannten: Das Strafgesetzbuch sehe eine Strafe von bis zu drei Jahren Haft wegen Nachstellung vor, sagte ein Sprecher der Behörde am Montag. Einen derartigen Fall habe er noch nie erlebt, betonte der Staatsanwalt. Die Behörde versucht, dem Stalker durch die Auswertung von SMS und E-Mails auf die Schliche zu kommen.

"In keiner Weise erkennbar"

Die Todesanzeige hatte der Täter dem Zeitungsbericht zufolge online aufgeben und eine E-Mail-Adresse angegeben, die den Namen des Vaters des Mädchens trug. Offenbar sei er mit hoher krimineller Energie vorgegangen, heißt es in einer Stellungnahme der "SZ"-Anzeigenabteilung. Man bedauere den Vorgang sehr. "Für uns war in keiner Weise erkennbar, dass hier jemand mit falscher Identität operiert. Wir haben alle Plausibilitätsprüfungen durchgeführt, die üblich sind." Nachdem sich der Vater des Mädchens bei der Anzeigenabteilung gemeldet habe, seien alle Unterlagen der Polizei übergeben worden.

In Ismaning herrschte Zeitungsberichten zufolge große Trauer um Stefanie die, ebenso wie ihr Vater, vielen Menschen in dem Ort bei München bekannt ist. Erleichterung sei bei den Bürgern zu spüren gewesen, als sie davon erfuhren, dass die Anzeige gefälscht war. Die Wut in Ismaning bleibt aber. (AZ)

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Ismaning | Polizei | München


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