Sonntag, 22. Oktober 2017

22. April 2015 10:00 Uhr

Kriegsende

40 Überlebende des KZ Flossenbürg kehren zurück

Rund 40 frühere Gefangene des Konzentrationslagers Flossenbürg kommen in dieser Woche an den Ort der Peinigungen zurück.

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In der Oberpfälzer KZ-Gedenkstätte Flossenbürg wird am Sonntag (26. April) der Befreiung des Lagers vor 70 Jahren gedacht.
Foto: Armin Weigel, dpa

In der Oberpfälzer KZ-Gedenkstätte Flossenbürg wird am Sonntag (26. April) der Befreiung des Lagers vor 70 Jahren gedacht. Die Ex-Gefangenen reisen aus insgesamt 16 Staaten an, begleitet von ihren Kindern und Enkeln, wie die Sprecherin der Gedenkstätte berichtete. Zudem haben sich mehr als 300 weitere Angehörige von Flossenbürger KZ-Häftlingen angekündigt sowie ein Soldat der US-Armee, die das KZ am 23. April 1945 befreit hatte.

Einige Überlebende beteiligen sich an Zeitzeugengesprächen mit Schülerinnen und Schüler, um von ihrer Verfolgung und Haft zu erzählen. Auch bei dem Internationalen Jugendtreffen der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg werden Überlebende von ihrem Leidensweg berichten. Teilnehmen werden etwa 60 Jugendliche aus sieben Nationen.

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Bei dem offiziellen Festakt am Sonntag werden die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), sowie Bayerns  Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) erwartet. Zudem werden der Minister für Kultur der Tschechischen Republik, Daniel Herman, und der Vertreter der ehemaligen Häftlinge des KZ Flossenbürg, Jack Terry, Reden halten. Der Gedenkakt wird live vom Bayerischen Rundfunk übertragen.

Im Konzentrationslager Flossenbürg wurden ab 1938 zahlreiche Gefangene inhaftiert, die in den nahen Granit-Steinbrüchen arbeiten mussten. Das KZ hatte etwa 90 Außenlager zwischen Würzburg, Dresden und Prag. Bis 1945 wurden dort mehr als 100 000 Menschen aus ganz Europa gefangen gehalten, überwiegend Männer. Mindestens 30 000 Häftlinge überlebten die Nazi-Diktatur nicht.  lby

In Flossenbürg wurde kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges auch der protestantische Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer hingerichtet.

Zum Jahrestag der Befreiung wird auch die Neugestaltung des Außengeländes der Gedenkstätte präsentiert und das Bildungszentrum eröffnet. Damit entsteht ein überregionales Zentrum mit dem Schwerpunkt Nationalsozialismus und Erinnerungskultur in der böhmisch-bayerischen Grenzregion. Das Museumscafé wird von der Behindertenwerkstatt des Heilpädagogischen Zentrums Irchenrieth betrieben. Nach einem einmonatigen internen Probebetrieb wird das neue Bildungszentrum mit dem Museumscafé ab Pfingsten 2015 für die Öffentlichkeit geöffnet.

Zwei Wochen vor dem Festakt hatten rechtsextreme Sprayer im oberpfälzischen Markt Floß (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) ihr Unwesen getrieben. Sie beschmierten mehrere Wegweiser und Ortsschilder mit rechtsextremen Symbolen und sprühten zudem auf einer Länge von etwa 80 Metern antisemitische Parolen auf einen Sichtschutzzaun. Die Gemeinde Floß liegt etwa sieben Kilometer entfernt von der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.

Die Hinweisschilder zur Gedenkstätte waren nicht beschädigt worden. Konkrete Hinweise auf die Täter gibt es nach Polizeiangaben aber noch nicht.

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