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08. Dezember 2010 20:36 Uhr

Verkehr

A 8-Ausbau gilt als Erfolgsmodell für Deutschland

Nach dreieinhalb Jahren Bauzeit und davor jahrzehntelangem Ringen um die Finanzierung wird heute die sechsspurig ausgebaute Autobahn 8 zwischen Augsburg und München eröffnet. Von Josef Karg

Ein Sex-Heft am Lenkrad hat den dänischen Fahrer eines Organtransporters auf der A3 stark abgelenkt. Symbolheft
Foto: Silvio Wyszengrad

Start in eine neue Autobahn-Ära: Nach dreieinhalb Jahren Bauzeit und davor jahrzehntelangem Ringen um die Finanzierung werden am heutigen Donnerstag Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und der bayerische Innenminister Joachim Herrmann die durchgehend sechsspurig ausgebaute Autobahn 8 zwischen Augsburg und München eröffnen.

Das 37 Kilometer lange Teilstück zwischen Augsburg-West und Parkplatz Palsweis (Landkreis Dachau) ist das erste deutsche Autobahnprojekt mit privater Finanzierung. Es gilt nun nach der Fertigstellung in Rekordzeit und ohne Zusatzkosten für den Bund als Vorbildmodell für viele Verkehrsgroßprojekte in ganz Deutschland.

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Bei der A 8 wird - abgesehen von einer staatlichen Anschubfinanzierung - der Ausbau und der künftige Unterhalt über einen Zeitraum von 30 Jahren vom privaten Unternehmenskonsortium Autobahnplus finanziert, das unter anderem aus mehreren Bauunternehmen besteht. Im Gegenzug erhält das Betreiberkonsortium für die gleiche Zeit die Einnahmen aus der Lkw-Maut auf der Strecke von 52 Kilometern.

Verkehrsminister Ramsauer lobte das Pilotprojekt im Gespräch mit unserer Zeitung: "Unsere bisherigen Erfahrungen sind überwiegend positiv." Aus der Zusammenarbeit hätten sich "erhebliche Effizienzgewinne" im Straßenbau ergeben. Nicht nur die Autofahrer auf der wichtigen europäischen Verkehrsachse profitierten von dem Ausbau, sondern auch die Autobahnanlieger aufgrund von über 20 Kilometern Lärmschutzmaßnahmen, betonte Ramsauer. Seiner Meinung nach könnten die öffentlich-privaten Projekte (ÖPP) zudem künftig "einen wichtigen Beitrag zur Modernisierung der Straßeninfrastruktur auch in Bayern leisten".

Nächster Ausbau Richtung Ulm ab Mitte kommenden Jahres

Ab Mitte kommenden Jahres wird nach Informationen unserer Zeitung der weitere sechsspurige Ausbau zwischen Augsburg und Ulm erfolgen. Hier soll bis 2014 die Lücke zwischen Augsburg-West und Leipheim geschlossen werden. 330 Millionen Euro soll die insgesamt 59 Kilometer lange Strecke kosten. Allerdings wurde das Stück zwischen dem Autobahnkreuz Ulm und Leipheim (Kreis Günzburg) bereits in den vergangenen Jahren aus staatlichen Mitteln errichtet.

Noch nicht bekannt ist die Betreibergesellschaft. Nach Auskunft der Autobahndirektion Südbayern "liegt das Projekt derzeit zur Abstimmung beim Bundesverkehrsministerium". Allerdings hinkt man bereits dem Zeitplan hinterher. Ursprünglich sollte der künftige Betreiber im Januar die Strecke übernehmen. Über die Gründe des Verzugs ist bislang nichts bekannt. Josef Karg

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