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24. November 2010 20:25 Uhr

Gerichtsentscheid

A 94 darf durchs Isental führen

Jetzt ist es offiziell: Die A 94 von München nach Pocking durch das Flusstal der Isen darf gebaut werden. Dies entschied der Bayerische Verwaltungsgerichtshof. Doch die Gegner wollen nicht aufgeben.

Ein Protestschild gegen den Bau der Autobahn 94.
Foto: lmb_rf sja htf

Jetzt ist es offiziell: Die A 94 von München nach Pocking durch das Flusstal der Isen darf gebaut werden. Dies entschied der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH).

Die Richter wiesen am Mittwoch in München eine Reihe von Klagen gegen die Planung des 17 Kilometer langen Abschnitts zwischen Pastetten und Dorfen ab.

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Zu den Verlierern gehört auch der Bund Naturschutz in Bayern (BN). Die Gegner der Trasse kündigten an, nach dem Ausschöpfen aller rechtlichen Mittel politisch gegen das Projekt zu kämpfen. Die umstrittene Trasse führt durchs Tal der Isen mit einer der letzten weitgehend unverbauten Flusslandschaften.

Die Gegner wollen stattdessen den Ausbau der viel befahrenen B 12 zur Autobahn, hatten aber bereits im Vorfeld mit der Niederlage gerechnet. Die Richter wiesen sämtliche Klagen ab - mit einer Ausnahme: Jäger erstritten, dass für den Wildwechsel an der Trasse noch Lösungen gefunden werden müssen.

Gegen den Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern vom 3. Dezember 2009 hatten neben dem BN und der Jagdgenossenschaft Lengdorf sieben Grundstückseigentümer - zumeist Landwirte - geklagt. Für die drei Berufsrichter des 8. Senats stand aber fest: Die Planung ist in Ordnung.

Die Aktionsgemeinschaft gegen die Isental-Autobahn gab sich trotz der Niederlage kämpferisch. "Auch wenn nun der gerichtliche Weg offensichtlich zu Ende ist, muss dieses dümmste Projekt seit dem Turmbau von Babel nicht realisiert werden." Der bayerische Grünen-Landesvorsitzende Dieter Janecek nannte den Bau durchs Isental politisch falsch. "Die Staatsregierung zerstört ohne Not die letzte naturbelassene Flusslandschaft Bayerns und wischt die Einwände der Anwohner in Gutsherrenmanier weg."

Erleichterung herrschte im Innenministerium. Endlich gebe es Planungssicherheit für den weiteren Ausbau der A 94, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). "Damit sind die Weichen für den Weiterbau der 39 Kilometer langen und rund 330 Millionen Euro teuren Trasse von Forstinning über Dorfen bis Heldenstein gestellt." Herrmann erwartet, dass der Bund nun zügig das Geld für den Bau herausrückt.

Südostbayern soll durch die A 94 an den Ballungsraum München angebunden werden. Seit rund 35 Jahren wird um den Bau gestritten. Jetzt aber fehlt nur noch der 17 Kilometer lange Abschnitt von Dorfen nach Heldenstein. Die Hälfte der umstrittenen Autobahn ist bereits fertig. (dpa)

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