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Massenkarambolage: A8-Unfall: Nebel verhinderte vermutlich Massenpanik

Massenkarambolage

A8-Unfall: Nebel verhinderte vermutlich Massenpanik

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    Massencrash auf der A8 am Freitag. (ddp)
    Massencrash auf der A8 am Freitag. (ddp) Foto: mw

    Szenen, die man nur aus dem Fernsehen kennt, haben Friedhelm Bechtel und seine Feuerwehrkollegen am Freitag auf der A8 zwischen Augsburg und Friedberg erlebt. Seine Bilanz nach der Massenkarambolage ist aber durchweg positiv. Sogar der Nebel hatte etwas Gutes.

    Das Bild, das sich den Rettungskräften gegen 7.30 Uhr auf der A8 bot, entsprach "einem Trümmerfeld, wie man es sonst nur aus dem Fernsehen kennt", sagte Pressesprecher Bechtel. Seit 20 Jahren ist er bei der Feuerwehr, so einen Unfall hat er noch nie erlebt. Auf einer Länge von einem Kilometer standen 171 Autos und 35 Lkw kreuz und quer auf den Fahrbahnen Richtung München.

    21 Laster und 37 Autos wurden bei dem Massencrash beschädigt, 60 Menschen zogen sich leichtere Blessuren zu, 19 wurden zur Behandlung ihrer Verletzungen in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Ein Lkw-Fahrer erlitt mittelschwere Verletzungen. Aber keiner schrie, keiner klagte. "Sonst schreit bei einem Einsatz immer jemand, der sich verletzt hat und Schmerzen leidet. Aber da war alles ganz ruhig", erzählt der Feuerwehrmann der Berufsfeuerwehr Augsburg.

    Mittlerweile sind zwei Fahrstreifen laut Polizei wieder freigegeben, der Verkehr rollt. Die dritte Fahrbahn sowie der Standstreifen werden aber noch einige Zeit gesperrt bleiben, da Diesel ins Erdreich eingesickert ist. "Da muss abgebaggert werden", sagte ein Sprecher der Polizei gegenüber augsburger-allgemeine online. Wie lange die Erdarbeiten noch dauern, sei nicht abzusehen.

    Die geringe Zahl der Verletzten angesichts von 179 Menschen, die vor Ort betreut wurden, sind laut Friedhelm Bechtel der modernen Technik zu verdanken. "Die Fahrgastzellen sind sicherer, die neuen Autos stabiler."

    Entspannte Atmosphäre, keine Massenpanik

    110 Feuerwehrleute und 60 Helfer von mehreren Rettungsdiensten waren auf der A8 im Einsatz. Sie behandelten die Verletzten, versorgten die Menschen bei den eisigen Temperaturen mit Decken und Tee. "Das war eine hervorragende Zusammenarbeit. Das ging wirklich Hand in Hand", lobte der Pressesprecher der Polizeidirektion Augsburg, Christian Mergel. Feuerwehrmann Bechtel wunderte sich etwas darüber, wie gut die Kooperation klappte. "Denn für solche Rieseneinsätze üben wir ja nicht."

    Die Unfallursache war laut Polizei Nebel in Verbindung mit nicht angepassten Geschwindigkeiten. Doch vielleicht hatte der Nebel auch sein Gutes, meinte Bechtel im Nachhinein. "Vielleicht war es ganz gut, dass die Beteiligten nur jeweils 50 Meter weit sehen konnten", meinte er am Freitag Nachmittag. Beim Anblick der vielen kaputten Fahrzeuge hätte sonst leicht eine Massenpanik ausbrechen können.

    Auch der Leitende Notarzt Wilfried Kranke konnte der Witterung etwas Positives abgewinnen. Hätte es so geschneit wie am Donnerstag, wären die Helfer viel schlechter an die Verletzten herangekommen und hätten sie auch nicht so schnell so gut versorgen können.

    Der Schaden geht nach Angaben der Polizei in die Millionen. Ein genauer Betrag wird vermutlich erst nächste Woche bekannt gegeben. Die Autobahn wurde in Richtung München am Freitag Nachmittag wieder freigegeben. (nas/cor/bs)

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