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03. September 2007 15:15 Uhr

Kampf gegen die Pfunde

Abgespeckt: 200 Kilo runter für ein neues Leben

Wenn Ralf Kopischke (44) von seinem alten Leben erzählt, fallen Sätze wie: "Wenn ich mich überhaupt bewegt habe, dann nur, um Lebensmittel zu beschaffen." Die Zeiten sind vorbei: Der Ingolstädter hat 200 Kilo abgenommen. Von Barbara Feneberg,

Von Barbara Feneberg, Ingolstadt

Wenn Ralf Kopischke (44) von seinem alten Leben erzählt, dann fallen Sätze wie: "Alles drehte sich nur ums Essen." Oder: "Wenn ich mich überhaupt bewegt habe, dann nur, um Lebensmittel zu beschaffen."

Satt werden, die innere Leere füllen. Darum ging es im alten Leben des Ingolstädters, als ihn seine Bekannten noch "Balu" nannten. Gemütlich wie der Bär aus dem Dschungelbuch, ein bisschen rundlich eben. Ralf Kopischke wog mit 36 Jahren 389 Kilo.

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Um sein Gewicht überhaupt zu messen, musste der gelernte Krankenpfleger in der Müllverbrennungsanlage oder in einem Agrarhandel auf die Waage. Das machte er einmal im Jahr. Danach habe er seinen Wiegeschein in Gedanken verbrannt. "Es war eine bittere Zeit", sagt er. "Damals habe ich nicht einmal mehr die Blumen am Wegesrand wahrgenommen."

Das alte Leben, damals. Das ist heute noch nicht ganz überwunden. Aber das neue Leben hat begonnen. 200 Kilo hat Kopischke bereits abgenommen. Allein seit Mai waren es 83 Kilo, 2008 will er 99 Kilo wiegen. Obst, Gemüse, Steak mit Salat liegen auf seinem Teller. Drei Stunden pro Tag geht er ins Schwimmbad, zum Bewegungstraining. Er hat ein spezielles Fahrrad für Übergewichtige, auf dem er nun seine Runden dreht, mobiler ist. Ralf Kopischke hat sich von 200 Kilo befreit, Lasten abgeworfen.

Doch seine Gelenke, sein Herz sind von seinem übermäßigen Gewicht belastet und geschwächt. Mehrfach war Kopischke bereits in einer Klinik. Ärzte und Physiotherapeuten helfen ihm bis ans Ziel. Ohne die harten Worte seines Doktors hätte er die Realität wohl weiter nicht wahrhaben wollen. "Entweder sie ändern etwas, oder sie werden sterben."

Er hat sich für den steinigen Weg zurück in ein normalgewichtiges Leben entschieden. Eine "Berg- und Talfahrt" sei es seitdem gewesen. Bei 220 Kilo wollten die Pfunde nicht mehr purzeln, er nahm wieder zu. Kopischke hatte keinerlei Ausdauer, konnte nicht einmal den Wäschekorb aus dem Keller holen. Ein 30-minütiger Spaziergang war zu viel. Auch seiner Freundin ging langsam die Kraft aus. Wieder ließ er sich in der Klink in Bad Wiessee helfen. Mit seiner Physiotherapeutin Nicola Schwarz und Matthias Koller machte er die ersten Kniebeugen im Wasser.

Zweistellig ist jetzt das Ziel: 99 Kilo. Das Interesse der Medien ist riesig. Sat.1 hat bereits eine dreiteilige Serie über Kopischke gesendet, weitere Folgen sind geplant. "Ich möchte damit anderen Mut machen, die mit ähnlichen Problemen kämpfen", sagt er. Und noch einen Grund hat sein Schritt in die Öffentlichkeit. "Das schafft mir selber großen Druck, dass ich wirklich durchhalte." Deswegen hat er auch eine Zählmaschine auf seiner Internetseite www.pfundskerl.eu. Es sind noch 486 Tage bis 99 Kilo.

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