Der Augsburger Bischof hält an der umstrittenen Pastoralreform fest. Zwar werden 2014 noch Pfarrgemeinderäte gewählt. Entscheidendes Gremium soll künftig aber der Pastoralrat sein.

Die Laien im Bistum Augsburg sehen aufgrund der umstrittenen Pastoralreform ihren Einfluss weiter schwinden. Das Bistum teilte am Mittwoch zwar mit, es werde im Jahr 2014 wie gewohnt Pfarrgemeinderatswahlen geben. Sprecher Markus Kremser sagte aber: «Pfarrgemeinderäte sind nicht das entscheidende pastorale Gremium.» In der Mitteilung betonte die Diözese die Vormachtstellung der künftigen Pastoralräte. «Die Richtlinien für das kirchliche Leben in der Seelsorgeeinheit werden im Pastoralrat festgelegt», hieß es. Die Pläne sehen unter anderem vor, in großem Stil Pfarreien zusammenzulegen. Ziel ist der Bistumsleitung zufolge «das Zusammenwachsen aller zu einer größeren Einheit».
Die Laien bangen seit Monaten um die Zukunft ihrer Pfarrgemeinderäte, die Bischof Konrad Zdarsa langfristig durch die Pastoralräte ersetzen will. Der Sprecher des Initiativkreises Bistumsreform, Robert Sauter, kritisierte, nach den bisherigen Plänen sei der Pfarrgemeinderat nur mehr eine Restkategorie, ein Anhängsel des Pastoralrates. Der Kreis hatte vor einigen Wochen eine Kundgebung vor dem Augsburger Dom organisiert, um den Bischof zum Dialog aufzufordern.
Die Aufgabe der Pfarrgemeinderates sei es etwa, die Vorgaben des Pastoralrates umzusetzen, erklärte das Bistum. Je nachdem, wie weit die Fusionen 2014 bereits vorangeschritten sind, gebe es bei der Wahl dann zwei Möglichkeiten. Entweder werde der Pfarrgemeinderat in jeder Einzelpfarrei gewählt und einige Mitglieder würden dann in den Pastoralrat entsandt, oder der Pastoralrat werde direkt für die gesamte Seelsorgeeinheit gewählt.
Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, kritisierte die Reformpläne. «Tatsache ist ganz eindeutig, dass in anderen Diözesen das Laiengremium Pfarrgemeinderat und Wortgottesdienste am Sonntag nicht infrage gestellt werden», sagte er unserer Zeitung. In fast allen Bistümern gebe es Bemühungen, Gemeindestrukturen zu entwickeln, mit denen die Kirche in den Lebensräumen der Menschen präsent bleibe. «Ich hoffe sehr, dass es doch noch zu einem Prozess des Aufeinanderzugehens kommt.» Glück betonte aber auch, dass die jetzigen Strukturen nicht unverändert bleiben könnten. dpa/AZ
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