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09. Dezember 2010 20:25 Uhr

Augsburg - München

Autobahn A8: Jetzt auch offiziell auf sechs Spuren

Der Verkehr auf der A8 zwischen Augsburg und München rollt nun auch offiziell auf sechs Spuren. Jetzt soll der Ausbau in Richtung Ulm weitergehen. Der Bundesrechnungshof hat aber Bedenken.

Auf sechs Spuren rollt der Verkehr auf der Autobahn A8 zwischen Augsburg und München.
Foto: puc wst

Für Peter Ramsauer war es ein Wohlfühltermin. So bezeichnete der Bundesverkehrsminister selbst die offizielle "Verkehrsfreigabe" der Autobahn 8 zwischen Augsburg und München. In und vor der Fahrzeughalle des Autohofs Dasing (Kreis Aichach-Friedberg) hat er am Donnerstag das auf sechs Spuren ausgebaute Teilstück eröffnet - befahrbar war es bereits zuvor.

Trotz der Kritik von Umweltschützern gilt im Grunde jede Autobahneröffnung in Deutschland als rundum positives Ereignis. Das hat eine gewisse Tradition. Verständlich, dass solche Termine besonders schöne Termine für Ramsauer sind.

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"Jetzt geht es darum, schnell weiterzubauen", sagte dieser mit Blick auf den weiteren sechsspurigen Ausbau in die andere Richtung nach Ulm. Auch das 41 Kilometer lange Teilstück zwischen Augsburg-West und Günzburg soll, so wünschen es sich Mitglieder der Bundesregierung, im Rahmen eines privaten Betreibermodells finanziert und unterhalten werden.

Zu diesem sogenannten ÖPP-Modell gehört, dass der Staat dem Betreiber für einen vereinbarten Zeitraum Einnahmen aus der Lkw-Maut gewährt. Eine Entscheidung über die Zukunft des neuen Bauabschnitts steht allerdings aus - obwohl die Vergabe schon gelaufen sein und der neue Betreiber den Abschnitt zum Jahreswechsel übernehmen sollte. Ramsauer und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, beide CSU, sprechen sich für das Modell aus.

Die Gründe für den Zeitverzug waren bis Donnerstag nicht bekannt. "Es hakt an der Abstimmung mit dem Bundesfinanzministerium und konkret am Bundesrechnungshof", sagte Herrmann nun auf Anfrage unserer Zeitung. "Dort wird noch geprüft, und dort glaubt man, dass der Bund damit schlechter wegkommt. Das glauben wir nicht."

Bereits Anfang 2009 hatte der Bundesrechnungshof in einem Sondergutachten das privat finanzierte Projekt A-8-Ausbau Augsburg-München kritisiert. Die These lautete: Der Ausbau hätte über eine Finanzierung durch den staatlichen Haushalt günstiger geschultert werden können.

Dass das private Betreibermodell im Falle des Abschnitts zwischen Augsburg-West und Günzburg (Ausbau von 2011 bis 2014) grundsätzlich infrage steht, schloss der CSU-Bundestagsabgeordnete Eduard Oswald aus: "Der Ausbau kommt - mit etwas Verzögerung."

Auch der von Politik und Wirtschaft lange herbeigesehnte A- 8-Ausbau in Richtung München sei ja gekommen, meinte Christian Ruck, Bezirksvorsitzender der CSU Augsburg. Er erinnerte aber auch daran, dass sich "Generationen von Politikern die Zähne daran ausgebissen" hätten. Von Christian Lichtenstern und Daniel Wirsching

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