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06. November 2008 10:54 Uhr

Integrationsbeauftragter

Barfuß verzichtet nach Islam-Streit auf Kandidatur

Der Lauinger Ex-Bürgermeister Georg Barfuß wollte die Scharia, das islamische Recht, teilweise in Bayern einführen. Zugleich kandidierte der FDP-Politiker für das Amt des bayerischen Integrationsbeauftragten. Jetzt wird aus beiden Wünschen nichts. Von Martina Bachmann Von Martina Bachmann

Prof. Georg Barfuß sollte Bayerns erster Integrationsbeauftragter werden.

Von Martina Bachmann

Nun also doch nicht: Der Lauinger Professor Georg Barfuß hat seine Kandidatur für den Posten des bayerischen Integrationsbeauftragten zurückgezogen.

Mit Bedauern habe er in den vergangenen Tagen die Diskussionen um seine Person verfolgt, sagte Barfuß am Donnerstag in München. Um Schaden vom Amt eines künftigen Integrationsbeauftragten abzuwenden habe er die FDP-Landtagsfraktion am Mittwoch gebeten, ihn von seiner Kandidatur zu entbinden.

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Der FDP-Landtagsabgeordnete war in die Kritik geraten, nachdem er vorgeschlagen hatte, die Teile der Scharia (das islamische Recht) zu übernehmen, die mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Doch was sagen Menschen aus seiner Heimat zu seinem Rückzug?

Ali Altinbas, Sprecher des türkisch-islamischen Vereins in Lauingen, hörte von Barfuß' Entscheidung im Radio. Er sagte gegenüber der DZ: "Ich finde es schade." Barfuß als Integrationsbeauftragter wäre für die in Lauingen lebenden Türken "gut gewesen". "Der Posten wurde in Bayern noch nie vergeben." Gerade beim Bau der Moschee habe sich der damalige CSU-Bürgermeister sehr engagiert: "Ohne ihn wäre es nicht gegangen." Auch heute komme Barfuß noch öfters dort vorbei, habe immer ein offenes Ohr. "Er ist ein Mensch, der den Islam besser kennt als mancher von uns."

Günter Hiesinger (FDP) war 21 Jahre lang Stadtrat in Lauingen - und die meiste Zeit davon war Barfuß Bürgermeister. Damals habe der Landtagsabgeordnete in Lauingen in der Praxis gezeigt, wie man integriert und Menschen anderen Glaubens als gleichwertig anerkennt. Ein Grund, warum Hiesinger die die Entscheidung seines Parteikollegen bedauert: "Georg Barfuß wäre sehr gut für diesen Posten geeignet gewesen." Hiesinger vermutet hinter dem Rückzug sogar eine "späte Rache der CSU". Der Hintergrund: Barfuß ist von der CSU zur FDP gewechsel.

"Schmarrn", meint Georg Winter, Landtagsabgeordneter der CSU. Mit seiner Partei habe der Rückzug nichts zu tun. "Ich hätte mich sehr gefreut, wenn Georg Barfuß das erreicht hätte." Doch - so Winter, der FDP'ler habe ein "bisserl einen Frühstart hingelegt". Er selbst habe sich für die Einrichtung eines Integrationsbeauftragten engagiert: "Das ist eine wichtige politische Aufgabe."

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