Zum Münchner Oktoberfest gibt es heuer begehrte Hochzeitstermine: Dutzende Paare aus Bayern und Sachsen haben sich um eine Trauung zum 200-jährigen Bestehen des Volksfestes beworben.

Zum Münchner Oktoberfest gibt es heuer hochbegehrte Hochzeitstermine: Dutzende Paare aus Bayern und Sachsen haben sich um eine Trauung zum 200-jährigen Bestehen des Volksfestes beworben. «Es sind 20-seitige Bewerbungen mit Fotos gekommen, warum sie eine ideale Vertretung für das Oktoberfest sind», berichtete Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) über die heiratswilligen Bayern und ihre Sächsinnen. Drei der Paare wird er am 12. Oktober an der
Theresienwiese, dem Oktoberfestgelände, trauen - und damit an den Ursprung des größten Volksfestes der Welt erinnern. Das entstand aus Anlass der Hochzeit von Bayerns Kronprinz Ludwig und Therese von Sachsen-Hildburghausen am 12. Oktober 1810. Das fünftägige Fest endete damals mit einem Pferderennen, das Festgelände wurde zu Ehren der Braut Theresienwiese genannt.
Bei Udes Trauzeremonie stammen die Männer aus Bayern, die Frauen aus Sachsen oder der Heimat von Therese von Sachsen-Hildburghausen, die tatsächlich im fränkischen Thüringen ein paar hundert Meter von der heutigen bayerischen Grenze entfernt geboren wurde. Viele der interessierten Paare hätten sich auf dem Oktoberfest kennengelernt, sagte Ude der Nachrichtenagentur dpa - und trat damit der gängigen Meinung entgegen, dass die Wiesn nur eine Kontaktbörse für den schnellen Flirt im Bier-Delir ist.
Das Oktoberfest sei bis heute ein Traditionsfest, mit zahlreichen historischen Geschäften wie der Krinoline, die wie der Reifrock der Frauen im 19. Jahrhundert schwingt, der Rutsche namens Toboggan oder dem Flohzirkus. «Wir feiern jedes Jahr die Tradition - beim 200-Jahr- Jubiläum wird sie besonders herausgestellt.»
Ziel der Jubiläumsfeiern sei nicht, noch mehr Besucher anzuziehen oder das Fest noch bekannter zu machen. «Das hat die Wiesn gar nicht nötig. Das Oktoberfest ist Kopf an Kopf mit dem FC Bayern, BMW und Siemens ein Begriff, der weltweit mit München in Zusammenhang gebracht wird», sagte Ude. «Jedes Oktoberfest ist ein Werbeträger für Gastlichkeit und überschäumende Lebensfreude.»
Vor 200 Jahren kam das große Fest fürs Volk wenige Jahre nach der Erhebung Bayerns zum Königreich gerade recht: Es sollte das Gemeinschaftsgefühl der Neubayern fördern und die Ausrichtung auf die Residenzstadt München sowie das bayerische Herrscherhaus unterstreichen. Doch die Idee zu dem Volksfest kam keineswegs von den Herrschern, wie Ude klarstellt. Vielmehr sei es der Magistrat gewesen, der die Wittelsbacher dazu brachte, die Hochzeit des Kronprinzen mit der Prinzessin auch zu einer Feier für die Bürger zu machen. «Das Oktoberfest war von seiner Geburtsstunde an ein städtisches Fest.»
Als internationales Großereignis bringe das Oktoberfest heute allerdings auch eine größere Gefährdung mit sich als örtliche Feste. Die Sicherheitsvorkehrungen mit Sperren und stichprobenartigen Kontrollen sollten deshalb etwa denen des Vorjahres entsprechen. «Aber sie werden sehr viel besser vorbereitet und deshalb sehr viel weniger aufdringlich sein.» Vom 18. September bis zum 4. Oktober werden zum Münchner Oktoberfest wieder rund sechs Millionen Besucher erwartet.
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