Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung junger Frauen und Drogenhandel - die organisierte Kriminalität macht Bayerns Polizei große Sorgen. Eine der lukrativsten Gewinnquellen der Banden ist weiterhin der Handel mit Heroin, Kokain, Haschisch und synthetischen Drogen.

München (dpa/lby) - Bayerns Polizei soll den Kampf gegen die organisierte Kriminalität weiter vorantreiben. Das hat Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in München deutlich gemacht.
Neben dem Menschenhandel und der sexuellen Ausbeutung junger Frauen aus Osteuropa machen den Ermittlern weiterhin auch der Drogenhandel und die Fälschung von Kreditkarten große Sorgen.
2007 haben die Kriminalbeamten den Angaben zufolge 89 Verfahren zur organisierten Kriminalität geführt, 4 mehr als im Vorjahr. Wegen der internationalen Verflechtungen seien die Ermittlungen meist sehr kompliziert und dauerten im Durchschnitt mindestens 14 Monate. Im vergangenen Jahr hätten die Ermittlungen 73 verschiedene Staaten tangiert, berichtete Herrmann nach Angaben des Ministeriums.
Bei den Ermittlungen gegen osteuropäische Schlepperbanden habe sich herausgestellt, dass allein im vergangenen Jahr rund 150 junge Frauen aus Ungarn nach Deutschland entführt und zur Arbeit in Bordellen gezwungen wurden. Die Täter nutzten dabei vor allem die mangelnden Sprachkenntnisse, die Unsicherheit im Ausland und das junge Alter der Geschädigten aus, hieß es. Die Frauen seien von den Tätern massiv eingeschüchtert, bedroht und körperlich misshandelt worden.
Herrmann nannte die organisierte Kriminalität «eine der größten Gefahren für die globale Sicherheit neben dem fundamentalistischen Terrorismus». Eine der lukrativsten Gewinnquellen der organisierten Banden sei weiterhin der Handel mit Heroin, Kokain, Haschisch und synthetischen Drogen.
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