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16. September 2008 10:17 Uhr

Wahlkampf

Beckstein: Nach zwei Maß Bier kann man noch fahren

Nach zwei Maß Bier noch ans Steuer? Für Günther Beckstein ist das durchaus vertretbar - das zumindest verkündete Bayerns Ministerpräsident in einem Erdinger Bierzelt. Seither ist man in der bayerischen Staatskanzlei um Schadensbegrenzung bemüht.

Ministerpräsident Günther Beckstein hat sich mit einer Äußerung zum noch verträglichen Bierkonsum Kritik eingehandelt.

Erding (dpa/ddp/AZ). Nach zwei Maß Bier noch ans Steuer? Für Günther Beckstein ist das durchaus vertretbar. Das zumindest verkündete Bayerns Ministerpräsident auf einer Veranstaltung in einem Erdinger Bierzelt.

"Es ist nicht das Problem, wenn einer eine Maß trinkt, oder wenn er ein paar Stunden da ist, auch zwei", zitierte die Münchner Abendzeitung Beckstein.

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Am Dienstag wiederholte er seine These dann im Bayerischen Rundfunk, ruderte sogleich aber etwas zurück: "Wenn man die zwei Maß in sechs, sieben Stunden auf dem Oktoberfest trinkt, ist es noch möglich. Natürlich nicht, wenn man die zwei Maß in zwei Stunden trinkt."

In der Staatskanzlei ist man seither um Schadensbegrenzung bemüht. Dem Ministerpräsidenten sei es bei seinen Äußerungen nur um einen maßvollen Alkoholgenuss gegangen. Im Bierzelt sei eine eingeschenkte Maß Bier ohnehin nur eine gut eingeschenkte Halbe, sagte Becksteins Sprecher Michael Ziegler der Abendzeitung. Dazu "was gscheides" zu Essen und einige Stunden Zeit und das Autofahren "müsste doch noch gehen".

Bei Fahranfängern hält Beckstein jedoch die Null-Promille-Grenze "für absolut notwendig". Der Ministerpräsident fügte hinzu, zwar müsse der Alkoholmissbrauch hart bekämpft werden, aber man dürfe nicht den Genuss eines Glases Bier oder Wein verteufeln. "Eine anständige Maß werden wir nicht auf den Index stellen."

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat den bayerischen Ministerpräsidenten derweil scharf kritisiert. "Ich frage mich, was ihn da geritten hat. Vermutlich hatte er gerade zwei Maß Bier getrunken, als er das gesagt hat", monierte der GdP-Landesvorsitzende Harald Schneider am Dienstag in München. "So was macht unsere Arbeit ja zunichte", betonte Schneider und wies auf zahlreiche Präventions-Kampagnen hin.

Der GdP-Vorsitzende betonte: "Da riskiere ich Menschenleben, wenn ich mit zwei Maß Bier durch die Gegend fahre." Beckstein habe sich mit der Aussage zwei Wochen vor der Landtagswahl "einen Bärendienst erwiesen". Die Menschen seien jedoch "vernünftiger als unser Ministerpräsident", betonte Schneider. So kämen "99 Prozent" der Oktoberfest-Besucher mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Wiesn. Die Polizei kontrolliere Autofahrer trotzdem verstärkt.

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