Ministerpräsident Beckstein hält Autofahren nach zwei Maß Bier für ungefährlich. Sein Sprecher relativierte diese Aussage damit, dass eine Maß "eh nur eine gut eingeschenkte Halbe" sei.
Ist das wirklich so?
Bittlinger: Ja! Schon seit Jahrzehnten haben wir durch Schankkontrollen nachgewiesen: In Festzelten, Biergärten und Wirtshäusern erhält man selten einen ordentlich eingeschenkten Bierkrug. Bisher hat sich in dieser Sache kein Politiker so verdient gemacht wie Herr Beckstein. Deshalb wollen wir ihn als Ehrenmitglied in unseren Verein aufnehmen - genauso wie früher Edmund Stoiber.
Wird auf dem Oktoberfest korrekt eingeschenkt?
Bittlinger: Nein. In München erlaubt Oberbürgermeister Christian Ude, dass die Maß Bier lediglich 0,9 Liter enthalten muss. Das ist Betrug! Dadurch entsteht jedes Jahr allein auf der Wiesn ein Schaden von über 4,5 Millionen Euro für die Gäste. Für die Schankkellner ist das sehr lukrativ. Sie verdienen so pro Maß, die durchschnittlich 8,13 Euro kostet, über 80 Cent zusätzlich!
Was ist eine richtig eingeschenkte Maß und wie können sich Verbraucher gegen zu wenig Bier im Krug wehren?
Bittlinger: Die Maß muss bis zum Eichstrich gefüllt sein. Früher waren das 1,069 Liter, heute muss es mindestens ein Liter sein. Ist zu wenig Bier drin, sollte man zwei Minuten warten, ehe man sich beschwert. Erst dann wird der Schaum nicht mehr flüssig. Jeder hat das Recht, sich nachschenken zu lassen. Das raten wir allen Wiesn-Besuchern. Jedoch sollte man vorsichtig sein: Bei unseren Kontrollen wurde uns auch schon mal mit alkoholfreiem Bier nachgeschenkt.
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