Die sibirische Kälte ist in Bayern angekommen. Sind die Haustiere besonders gefährdet? Wir sprachen mit Nicole Brühl (41), Präsidentin des Bayerischen Tierschutzbundes.

Die sibirische Kälte ist in Bayern angekommen. Die Bürger zittern auf der Straße. Sind die Haustiere bei den zweistelligen Minustemperaturen besonders gefährdet?
Brühl: Das kann man so allgemein nicht sagen. Manche Tiere vertragen die Kälte sehr gut, manche muss man schützen.
Worauf müssen Hasenbesitzer achten?
Brühl: Hasen und Kaninchen halten schon Minusgrade aus. Dennoch muss man den Stall isolieren und vor allem für ausreichend Stroh sorgen, in das sie sich eingraben können. Weil die Tierchen gesellig sind, sollten sie immer zu zweit gehalten werden. Dann können sie sich auch gegenseitig wärmen.
Den Hasenstall kann man wintertauglich machen, Hunde drängen aber ins Freie. Wie können die Halter helfen?
Brühl: Bei Hunden kommt es ganz entscheidend auf die Rasse an. Es gibt kleine Hunde, die schneller frieren. Alle brauchen aber zwingend Bewegung. Einsperren und vor der Kälte schützen, wäre in meinen Augen die größere Tierquälerei, als sie der Kälte auszusetzen. Ich muss eben darauf achten, wie sich mein Tier verhält. Beim Spazierengehen ist es besonders wichtig, dass der Hund in Bewegung bleibt.
Und wie sieht es bei Katzen aus?
Brühl: Freigänger sollte man nicht einsperren, die Katzen müssen aber einen Zugang zum Haus haben.
Ist Winterkleidung denn sinnvoll?
Brühl: Das ist meistens kontraproduktiv, weil es den natürlichen Wärmehaushalt stört. In welchen Fällen es sinnvoll ist, sollte der Tierarzt von Fall zu Fall entscheiden.
Winterzeit ist auch Streusalzzeit. Wie schädlich ist das für Hund und Katze und was kann ich dagegen tun?
Brühl: Die Tiere lecken ja gerne die Pfoten ab, wenn sie von draußen reinkommen. Bei meinem Hund wische ich kurz die Pfoten mit lauwarmem Wasser ab. Das reicht. Man muss aber schon aufpassen, dass die Tiere kein Salz mit dem Schnee essen. Wichtiger wäre aber, wenn alle Besitzer ihre Katzen kastrieren lassen würden. Wenn es nicht jährlich noch mehr herrenlose Katzen geben würde, würden nicht so viele im Winter sterben. (ewö)
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