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05. November 2007 18:25 Uhr

50 Jahre Trabi

Blech-Comeback aus Ruinen?

"Wann ist ein Trabi am schnellsten?" - "Wenn er abgeschleppt wird!" Was musste er nicht schon ertragen. Der Trabi - eine Witzfigur auf vier Rädern. Doch ist dem Trabant späte Gerechtigkeit widerfahren, denn heute, 50 Jahre nachdem der erste vom Band rollte, ist er Kult. Von Daniel Wirsching,

Eine Schlange von Trabis reiht sich zum 9. Herbst Treffen der Trabant Fahrer in Prag.
Foto: DPA

Von Daniel Wirsching, Augsburg

Kennen Sie den? "Wann ist ein Trabi am schnellsten?" Na, klarer Fall: "Wenn er abgeschleppt wird!"

Giovanni Borchert vom Trabant-Team-Augsburg kann mit derlei Spott gut leben. Wenn der 45-jährige "Wessi" mit seinem Trabant 601, Baujahr 1989, durch Augsburg knattert, erntet er Heiterkeit. "Mein Trabi löst ein Grinsen aus, manchmal halten sich die Leute aber auch die Nase zu", sagt er. Vielleicht wird Borchert ja bald von einem "newTrabi" überholt - aus Blech, ganz neu und auch sonst nicht von Pappe. Aber der Reihe nach.

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Was musste der Trabant, der "Volkswagen des Ostens", nicht schon ertragen in den vergangenen fünf Jahrzehnten. Der Trabi - eine Plastik gewordene Witzfigur auf vier Rädern. Zumindest in der alten Bundesrepublik. Einem DDR-Bürger freilich kullerten eher Freudentränen über die Wangen, wenn er den Zweitakter der VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau vor seiner Haustüre parken durfte - nach einer Wartezeit von zehn und manchmal mehr Jahren.

Als 1989 die Mauer fiel, war aus dem einstigen Statussymbol ein Sinnbild für den Niedergang des Arbeiter- und Bauernstaates geworden: hoffnungslos veraltet, marode, überholt. Dennoch ist dem Trabant späte Gerechtigkeit widerfahren, heute ist er Kult. Wer hätte das gedacht, damals am 7. November 1957? An jenem Tag rollten die ersten 50 Fahrzeuge der P-50-Serie vom Band. Weil Karosserie-Blech selten und daher teuer war, entschieden sich die Ingenieure für das Kunststoff-Baumwollfaser-Gemisch "Duroplast". "Das waren keine doofen Leute", sagt Trabi-Fan Borchert anerkennend.

Der Trabant: Wie sein entfernter West-Verwandter, der VW Käfer, lief er. Und lief. Und lief. Bis 1991 wurden um die drei Millionen Stück produziert. 52.400 davon rattern noch auf Deutschlands Straßen umher. Möglicherweise bekommen sie bald Gesellschaft. Die mittelfränkische Modellbaufirma Herpa plant, einen "newTrabi" unters wiedervereinigte Volk zu bringen, einen hypermodernen Ostalgie-Flitzer im Retro-Schick. Auf der Frankfurter Automesse IAA präsentierten die Tüftler aus Dietenhofen (Landkreis Ansbach) kürzlich eine Designstudie im Maßstab 1:10. Mit überraschendem Erfolg: Bei einer Umfrage mit 12 000 Teilnehmern wünschten sich 93 Prozent ein Comeback des kultigen Gefährts - als fahrtüchtiger Blech-Gefährte. Eine Entscheidung soll im Dezember getroffen werden. Heilig's Blechle!

Dagegen sieht die Wirklichkeit trist aus, der Original-Trabant ist eine gefährdete Spezies. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft klauen Diebe mit Vorliebe - Trabi. In der Statistik folgt die Rennpappe dicht hinter Porsche.

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