Mittwoch, 22. Mai 2013

22. Oktober 2012 11:14 Uhr

Augsburg

Bluthochdruck bei Schreiber: Prozess unterbrochen

Der Prozess gegen den ehemaligen Waffen-Lobbyisten Karlheinz Schreiber vor dem Augsburger Landgericht wurde unterbrochen. Schreiber hat gesundheitliche Probleme.

Der Prozess gegen den ehemaligen Waffen-Lobbyisten Karlheinz Schreiber vor dem Augsburger Landgericht wurde unterbrochen. Schreiber hat gesundheitliche Probleme.
Foto: Archivbild: Fred Schöllhorn

Karlheinz Schreiber saß mit fahlem Gesichtsausdruck auf der Anklagebank. "Ich glaube, Herrn Schreiber geht es nicht gut", sagte die Richterin und bat einen Arzt, den Angeklagten zu untersuchen. Der stellte fest, dass Schreiber einen Blutdruck von 180 hatte und erklärte, dass Schreiber nicht verhandlungsfähig sei. Er gab ihm ein blutdrucksenkendes Mittel. Um 10.53 Uhr wurde der Prozess unterbrochen. Gegen 13 Uhr wird entschieden, ob die Verhandlung fortgesetzt werden soll. 

Dritter Befangenheitsantrag zurückgewiesen

Zum Auftakt des Prozesstages hat das Augsburger Landgericht auch einen dritten Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen die drei Richterinnen zurückgewiesen. Die Vorsitzende Richterin am Augsburger Landgericht verlas am Montag einen entsprechenden Beschluss. Darin wird Schreibers Anwälten sogar Verschleppungsabsicht vorgeworfen.

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Schreiber war 2010 wegen Steuerhinterziehung zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Sowohl er als auch die Staatsanwaltschaft legten Revision ein: Der Bundesgerichtshof verwies das Verfahren daraufhin zurück nach Augsburg - an eine andere Kammer des Landgerichts.

Als Zeuge wurde am Montag Ex-Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls aufgerufen. In dem neuen Verfahren muss die Kammer auch prüfen, ob die vorgeworfene Bestechung Pfahls tatsächlich verjährt ist. Die Richter der anderen Kammer hatten das 2010 angenommen. dpa

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Holger Sabinsky-Wolf

Augsburger Allgemeine
Ressort: Bayern und Welt