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04. März 2010 19:16 Uhr

Katholische Kirche

Burghausen: Sexueller Missbrauch auch bei Kapuzinern

Die Serie des sexuellen Missbrauchs an katholischen Schulen reißt nicht ab. Auch in einem Studiensemniar in Burghausen soll es sexuelle Übergriffe durch einen Mönch gegeben haben.

Die Katholische Kirche ist von Missbrauchsfällen erschüttert.

Die Serie des sexuellen Missbrauchs an katholischen Schulen reißt nicht ab. Am Donnerstag berichteten auch die bayerischen Kapuziner von schwerwiegenden sexuellen Übergriffen einer ihrer Mönche in einem Studienseminar in Burghausen.

Der Direktor verging sich im Schuljahr 1984/85 an mehreren Seminaristen, wie die Provinz der bayerischen Kapuziner mitteilte. Unterdessen wird heute mit Spannung der vorläufige Abschlussbericht zu den sexuellen Übergriffen im oberbayerischen Kloster Ettal erwartet.

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Die Fälle aus Burghausen - die Stadt liegt im Bistum Passau - wurden 1991 zwar juristisch verfolgt, waren damals aber bereits verjährt. Es handle sich aber um "schwerwiegende Übergriffe", sagte der Leiter des Ordens in Bayern, Pater Josef Mittermaier. Nach zwei Versetzungen an ein Münchner Krankenhaus und als Wallfahrtsseelsorger in Würzburg wurde der Pater 2009 von allen priesterlichen Aufgaben entbunden. Die Kapuziner gaben das nahe dem bekannten Wallfahrtsort Altötting gelegene Studienseminar in den 90er Jahren auf.

Die betroffenen Bistumsleitungen seien über den sexuellen Missbrauch des Paters informiert gewesen, teilten die Kapuziner weiter mit. Auch der Vatikan in Rom war eingeschaltet. Seine Glaubenskongregation habe verfügt, dass der Mönch nicht mehr in der Kinder- und Jugendarbeit eingesetzt werden und keine Beichtgespräche mehr führen darf. Außerdem wurde eine Therapie zur Auflage gemacht.

Bei den Opfern entschuldigte sich die Ordensleitung und bot psychologische Betreuung oder Therapien auf Kosten des Ordens an. "Der Schritt an die Öffentlichkeit geschieht aus Respekt und tiefer Achtung vor den Opfern", heißt es in der Mitteilung. "Wir bitten diese Menschen von ganzem Herzen und in Aufrichtigkeit um Verzeihung für all das, was ihnen Böses angetan wurde", sagte Pater Mittermaier. Unterdessen wird mit Spannung der vorläufige Abschlussbericht zu den sexuellen Übergriffen im oberbayerischen Kloster Ettal erwartet.

Der von der Abtei eingesetzte interne Sonderermittler und Münchner Strafverteidiger Thomas Pfister will das Papier heute in Ettal der Öffentlichkeit vorstellen. Das Erzbistum München-Freising sieht trotz des Missbrauchsskandals eine gute Zukunft für Schule und Internat der Benediktinerabtei. "Ich begrüße es ausdrücklich, wie die Klostergemeinschaft und Schulleitung in Ettal eine rückhaltlose Aufklärung aller Verdachtsmomente und Vorgänge vorantreibt", teilte Generalvikar Peter Beer als Stellvertreter von Erzbischof Reinhard Marx mit.

Am Mittwoch hatten der zurückgetretene Abt Barnabas Bögle und sein ebenfalls aus dem Amt geschiedener Schulleiter Maurus Kraß mitgeteilt, sie hätten Papst Benedikt XVI. um eine Apostolische Visitation gebeten. Das ist eine Untersuchung von Vorwürfen in einer katholischen Einrichtung durch einen päpstlichen Beauftragten - eine eher seltene Maßnahme. dpa

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