Mittwoch, 17. Januar 2018

04. Januar 2018 06:15 Uhr

Schwaben

"Burglind": Nach dem Sturm droht Hochwasser

Stromausfälle, umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer: Das Sturmtief "Burglind" hat auch in Schwaben Spuren hinterlassen. In Oberfranken gab es Donnerstag Hochwasser. Von Claudia Benz und Markus Raffler

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Ein 75-Jähriger wurde bei einem Unfall durch einen umgestürzten Baum auf der B19 zwischen Tiefenberg und Fischen im Allgäu leicht verletzt.
Foto: Benjamin Liss, dpa

Mit Geschwindigkeiten bis zu 120 Stundenkilometern hat das Sturmtief „Burglind“ auch in unserer Region erhebliche Schäden angerichtet. Mehrere tausend Haushalte in Bayerisch-Schwaben hatten nach Angaben der Lechwerke zeitweise keinen Strom, Bahnstrecken und Straßen mussten gesperrt werden, umgestürzte Bäume beschädigten Autos, Stromleitungen, Häuser und Zäune, heftige Böen deckten etliche Dächer ab. Erst am Nachmittag hob der Deutsche Wetterdienst die Unwetterwarnung für die Region wieder auf.

Alleine im Landkreis Oberallgäu hatte die Leitstelle bis dahin etwa 200 Einsätze vermeldet. Unter anderem musste wegen umgestürzter Bäume die B19 zwischen Sonthofen und Oberstdorf gesperrt werden, aus einem umgekippten Lkw bei Seifen mussten die Rettungskräfte zwei eingeschlossene Personen befreien – und an einem Skilift in Oberjoch wurden zwei Menschen verletzt, weil sich durch den Sturm ein Blechteil gelöst hatte. Bei einem Unfall auf der B310 zwischen Wertach und Oberjoch wurden fünf Menschen leicht verletzt, nachdem ein Baum auf ein Auto gestürzt war.

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In Kempten wurden eine zentrale Bushaltestelle und der Stadtpark drei Stunden geschlossen, in Augsburg blieben der Zoo, die Friedhöfe und der Botanische Garten zu. In Oberstdorf wurde die vierte Etappe der Tour de Ski abgebrochen. Heftige Windböen hatten Bandenteile und Werbebanner über die Wettkampfstrecke geweht, sodass die Sicherheit der Langläufer nicht mehr gewährleistet war. In Garmisch stellte die Zugspitzbahn den Betrieb zum Gipfel ein, auch die Pisten am höchsten deutschen Berg blieben gesperrt. Die Söllereckbahn an der Grenze zum Kleinwalsertal dagegen fuhr – dort kamen mehrere Gäste mit dem Schrecken davon: Sie saßen wegen des starken Windes für 45 Minuten in den Gondeln fest.

Feuerwehr in Augsburg schätzt Schäden durch Sturm "Burglind" auf 100.000 Euro

Die Augsburger Feuerwehr schätzt den Gesamtschaden durch abgedeckte Dächer, umgeknickte Bäume und demolierte Autos in der Stadt auf 100.000 Euro. Im Landkreis Aichach-Friedberg hatte eine Autofahrerin großes Glück, als eine Fichte direkt vor ihrem Wagen auf die Straße krachte. Der Stamm traf den Wagen an der Front, an der Motorhaube und dem Dach, die Frau erlitt einen Schock, wurde aber lediglich am Arm leicht verletzt. Mehr über die Schäden in der Region Augsburg lesen Sie hier.

„Burglind“ war vom Norden her fast durch ganz Deutschland gezogen. Mit 191 Stundenkilometern wurden auf dem Hochgrat im Allgäu in 1720 Metern Höhe die stärksten Böen gemessen.

Durch heftigen Regen steigt die Gefahr von Überschwemmungen

Auch am Donnerstag gibt es noch starken Wind - und Regen. Durch die heftigen Regenfälle ist auch in unserer Region die Gefahr von Überschwemmungen gestiegen. Unter anderem erwarten die örtlichen Behörden an der Iller und an der Wörnitz im Landkreis Donau-Ries steigende Pegel.

Laut Prognosen des Deutschen Wetterdienstes  breitet sich im Tagesverlauf mäßiger, zum Teil auch kräftiger Regen vom Allgäu her nach Nordosten aus. Während die Mengen nördlich der Donau zumeist unter 10 Liter pro Quadratmeter in 12 Stunden bleiben, werden im Alpenvorland 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter bis zum Abend erwartet. An den Alpen fallen verbreitet zwischen 25 und 40 Liter, im Oberallgäu auch Mengen von bis zu  75 Litern.

Hier erfahren Sie mehr über die Hochwasser-Lage in Bayern: Schneeschmelze und Dauerregen verschärfen Hochwasserlage.

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