Sonntag, 24. September 2017

17. November 2010 16:09 Uhr

Nichtraucherschutz-Volksbegehren

CSU-Frau wünscht sich Orden für Frankenberger

Sebastian Frankenberger hat sich als Initiator des Nichtraucherschutz-Volksbegehrens einen Namen gemacht. Jetzt fordert ein CSU-Mitglied, dass ihm ein Verdienstorden verliehen wird. Von Felix Frasch

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Sebastian Frankenberger
Foto: aj/gb

So mancher Kneipengänger würde ihn am liebsten zum Mond schießen - für andere ist er ein Held, der einen Orden verdient hat: Sebastian Frankenberger. Der 29-jährige frischgebackene Bundesvorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei (ödp) hat sich als Initiator des bayerischen Nichtraucherschutz-Volksbegehrens deutschlandweit einen Namen gemacht. Jetzt fordert ausgerechnet ein langjähriges CSU-Mitglied, dass ihm der Bayerische Verdienstorden für sein Engagement um den Nichtraucherschutz verliehen wird.

"Ich würde ihm den Orden wünschen. Er hat Großes geleistet und ist damit auch zum Trendsetter für andere Bundesländer geworden", begründet Elisabeth Engelsberger-Hinke aus Bernau am Chiemsee ihre Forderung, Frankenberger den höchsten bayerischen Orden zu verleihen. Während ihrer Partei das Hin und Her beim Rauchverbot geschadet hat, war die CSU-Frau von Anfang an für ein striktes Verbot und stand selbst bei vielen Aktionen zum Volksbegehren an vorderster Front. "Es hat mir immer leidgetan, dass die Jugendlichen in den Gaststätten vollgequalmt werden", sagte die 52-Jährige unserer Zeitung. Um den Rauchverbot-Initiator Frankenberger zu unterstützen, habe sie sich zusammen mit Ehemann Roland und ihrem 19-jährigen Sohn schon Mitte vergangenen Jahres - also noch vor Inkrafttreten des neuen Nichtraucher-Schutzgesetzes - schriftlich an Ministerpräsident Horst Seehofer gewandt. Die damalige Begründung: Frankenberger habe erheblich mehr für die Gesundheit der Bürger im Freistaat geleistet, als so mancher Politiker seit der Aufweichung des Nichtraucherschutzes in Bayern.

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Ob Frankenberger den Orden jemals bekommt, ist noch ungewiss. Der Vorgang werde derzeit geprüft, heißt es von der Bayerischen Staatskanzlei, die den Fall an das zuständige Ressort, hier das Gesundheitsministerium, weitergeleitet hat. Zwar könne grundsätzlich jeder Bürger einen Vorschlag machen, wem die Ehre zuteilwerden soll. "Der Orden ist aber auf 2000 lebende Menschen begrenzt", erklärt ein Sprecher der Staatskanzlei. Jährlich erhielten deshalb nur etwa 50 neue Personen die höchste bayerische Auszeichnung. Frühestens, so der Sprecher, könnte Frankenberger den Orden bei der nächsten Verleihung Mitte kommenden Jahres erhalten - vielleicht aber auch erst in ein paar Jahren oder gar nicht. Chancen darauf hat Frankenberger aber: "Denn aktuell leben nur 1857 Ordensträger", es sei also noch Luft nach oben, heißt es von der Staatskanzlei.

"Ehren würde mich eine solche Auszeichnung natürlich schon", so der 29-jährige Frankenberger gegenüber unserer Zeitung - wenngleich er sich nicht vorstellen kann, den Orden jemals in der Öffentlichkeit zu tragen. "Ich würde ihn dann aber nur stellvertretend annehmen. Und zwar für alle, die sich für den Nichtraucherschutz engagiert haben", betont der Passauer. Ganz so zuversichtlich, dass es mit der Ordenverleihung klappt, ist seine Förderin allerdings nicht: "Das wird wohl irgendwann im Sande verlaufen", befürchtet Elisabeth Engelsberger-Hinke. Denn ihre Partei sei froh, dass das Thema Nichtraucherschutz endlich vom Tisch sei und nicht weiter für Ärger sorgt.

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CSU | Horst Seehofer


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