Mittwoch, 18. Oktober 2017

13. Oktober 2017 07:33 Uhr

Kommentar

CSU München fordert Neuanfang: Heckenschüsse aus dem Intrigantenstadel

Nach der anonymen Forderung aus München, er möge den CSU-Vorsitz abgeben, wird Ministerpräsident Horst Seehofer wohl zwei Mitglieder seines Kabinetts zur Rede stellen.

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Viele Abgeordnete wünschen sich, dass Seehofer endlich Licht ins Dunkel bringt.
Foto: Peter Kneffel, dpa (Archiv)

Au weh, die Münchner CSU! Seit vielen Jahrzehnten ist der kleine Bezirksverband als Intrigantenstadel verschrien. Jetzt scheint er seinem schlechten Ruf wieder einmal in vollem Umfang gerecht zu werden. Anders als in der Oberpfalz oder in Oberfranken kam die – selbstverständlich anonyme – Forderung nach einer Ablösung von CSU-Chef Horst Seehofer nicht einmal aus einer regulären Vorstandssitzung. Nein, in München haben sich offenbar von vorneherein nur einige Seehofer-Kritiker in kleiner Kungelrunde zusammengefunden. Seine Unterstützer wie Vize-Generalsekretär Markus Blume wussten von nichts.

Spaenle und Eisenreich sind in Erklärungsnot

Allzu hoch sollte man die Sache also nicht hängen. Es ist unklar, wer die Heckenschützen sind, und es steht fest, dass die Aktion ziemlich dilettantisch war.

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Dennoch bringen diese Heckenschüsse aus dem Intrigantenstadel zwei Herren in Erklärungsnot. Der Münchner CSU-Chef Kultusminister Ludwig Spaenle und Staatssekretär Georg Eisenreich sollen mit von der Partie gewesen sein. Spaenle war am Donnerstag nicht zu sprechen. Eisenreich schwieg sich aus. Seehofer aber wird, so angeschlagen er auch sein mag, die beiden Mitglieder seines Kabinetts zur Rede stellen. Das wird kein Spaß.

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Ein Artikel von
Uli Bachmeier

Redaktion München
Ressort: Politik


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